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Ubuntu 14.04: Touch und Desktop bleiben getrennt

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In seiner Keynote auf dem Ubuntu Developer Summit am gestrigen Dienstag hat Ubuntu-Sponsor Mark Shuttleworth die großen Themen für die Arbeit an der kommenden Ubuntu-Version 14.04 LTS (Trusty Tahr) umrissen. Ein Schwerpunkt der Entwicklung wird auf der Anpassung von Ubuntu Touch für Tablets liegen – Shuttleworth hält Tablets mittlerweile offenbar für eine geeignetere Ubuntu-Plattform als Smartphones, auch wenn er sein Ubuntu-Phone stolz in die Kamera hielt und betonte, er habe schon Smartphones mit Ubuntu "im wirklichen Leben" gesehen.

Um Ubuntu Touch wirklich Tablet-tauglich zu machen, muss laut Shuttleworth vor allem noch an den Apps gearbeitet werden, damit sie die größeren Tablet-Displays und den Betrieb im Querformat besser unterstützen. Wenn die Arbeit an den Ubuntu-Touch-Apps gut vorangeht, könnten einige der Touch-Anwendungen auch in die Desktop-Version von Ubuntu 14.04 aufgenommen werden, meint der Ubuntu-Gründer.

Ansonsten wird sich Ubuntu auf PC-Desktops und Notebooks wird allerdings auch in Version 14.04 noch erheblich von Ubuntu Touch unterscheiden – die angestrebte Vereinheitlichung der verschiedenen Ubuntu-Plattformen wird mit 14.04 nicht erfolgen. Ubuntu Touch verwendet bereits den Canonical-eigenen Display-Server Mir und Unity 8, die Touch-optimierte Version des Ubuntu-Desktops, während Ubuntu 14.04 auf dem Desktop beim X Window System und bei Unity 7 bleiben wird. In eine auf Stabilität optimierte LTS-Version, für die Canonical fünf Jahre Updates garantiert, könne man keine so grundlegend neue Technik aufnehmen, meint Shuttleworth. Ursprünglich sollte Mir bereits in Ubuntu 13.10 zum Einsatz kommen.

Durch den Verzicht auf Mir entschärft Canonical auch den Streit mit den Ubuntu-Varianten Kubuntu, Xubuntu, Ubuntu Gnome und Lubuntu, die bereits erklärt haben, dass sie nicht auf Mir umstellen wollen. Shuttleworth betonte in seiner Keynote, dass man die Ubuntu-Varianten mit alternativen Desktops weiter unterstützen wolle. Ein wichtiges Ziel für Ubuntu 14.04 sei daher, eine Infrastruktur in der Distribution zu schaffen, die alle Ubuntu-Varianten nutzen können. Dazu gehöre beispielsweise Qt, das in Unity eine immer wichtigere Rolle spiele, aber auch Grundlage des KDE-Desktops sei. Hier sei man im Gespräch mit der Kubuntu-Community.

Beim Server bleibt Canonical der bisherigen Linie treu und setzt auf Virtualisierung und die Cloud – mindestens die OpenStack-Versionen der nächsten beiden Jahre sollen unter Ubuntu 14.04 laufen. Ein Schwerpunkt der Entwicklung von Ubuntu 14.04 soll auf der besseren Integration von Container-Virtualisierung mit LXC liegen. Auch ARM64 sei ein wichtiges Thema für Ubuntu 14.04, so Shuttleworth.

Ubuntu 14.04 soll am 17. April 2014 erscheinen. Zuvor gibt es zwei Alpha- und eine Beta-Version für die Ubuntu-Varianten, die noch Alpha- und Betaversionen machen; Canonical setzt seit der Version 13.04 auf ein neues Entwicklungsmodell mit regelmäßigen automatisierten Builds. Für den 27. März ist eine "Final Beta" (auch für Ubuntu) geplant, zum "Final Freeze" am 10. April ein Release Candidate. (odi)