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Ubuntu Core 16: Betriebssystem für das Internet of Things

Canonical hat eine neue Variante seiner Linux-Distribution vorgestellt, die es speziell für Geräte des Internet of Things (IoT) zugeschnitten hat. Statt Snappy kommt zur Software-Installation jetzt Snap zum Einsatz, was Sicherheit und Rollback verspricht.

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Ubuntu Core 16: Betriebssystem für das Internet-of-Things

(Bild: Screenshot der Ubuntu-Core-Webseite )

Ein sicheres Betriebssystem für die Geräte des Internet of Things – so preist Ubuntu-Sponsor Canonical sein Ubuntu Core 16 an, das jetzt erhältlich ist. Die neue Distributions-Variante gilt als "minimale Darreichung" des verbreiteten PC-Linux, arbeitet aber grundlegenden anders. So sind die Pakete des Basissystems und installierte Software schreibgeschützt eingebunden, um sie vor Modifikationen durch Angreifer oder Schadsoftware zu schützen. Updates von Betriebssystem und Anwendungen werden zudem anders gehandhabt, damit man leicht auf den alten Stand zurück wechseln kann, falls nach der Aktualisierung irgendwas nicht mehr funktioniert.

Rückgrat des Ganzen bildet das Paketformat Snap, das bei Ubuntu 16.04 eingeführt wurde und aus Snappy hervorgegangen ist; Letzteres hatte die erste, vor eineinhalb Jahren vorgestellte Version von Ubuntu Core noch zur Software-Installation genutzt. Ähnlich wie dort lassen sich Anwendungen auch bei der neuen Version nur via Snap installieren. Dabei schirmt Snap die Anwendungen besser voreinander ab, als es bei klassischen PC-Linuxen der Fall ist.

Auch Ubuntu Core selbst und der damit kombinierte Linux-Kernel liegen als Snap vor. Sie werden über den Snap-Werkzeuge verwaltet und aktualisiert, die dazu auf den von Canonical betriebenen Snap-Store zugreifen. Hersteller können dort eigenen "Channel" anlegen, um mit Ubuntu Core gebaute IoT-Geräte mit System-spezifischen Snaps zu versorgen. Das können etwa Geräte-spezifische Anwendungen sein, aber auch eine Geräte-spezifischer Linux-Kernel.

Das zum Testen angebotene x86-VM-Image holt sich den SSH-Schlüssel zum Zugriff bei Ubuntu One ab.

Canonical bietet selbst acht Betriebssystem-Images zum Download an, die einen der ARM- oder x86-Varianten von Ubuntu Core mit einem Kernel-Snap kombinieren. Diese Images gibt es etwa für den Raspberry Pi 2 und 3, das BeagleBone Black sowie 32- und 64-Bit-x86-Systeme. Über letztgenannte Images kann man Ubuntu Core in virtuellen Maschinen ausprobieren. Eine grafische Bedienoberfläche gibt es dort nicht, da es nur ein Minimal-Linux ist.

Laut den Release Notes von Ubuntu 16.04.1 LTS, auf dessen Softwareausstattung Ubuntu Core zusammengesetzt wird, will Canonical Ubuntu Core fünf Jahre lang pflegen. Das ist deutlich länger als bei vielen anderen Distributionen – zugleich ist es aber auch deutlich kürzer als Unternehmens-Linuxe von Red Hat oder Suse, die bis zu 13 Jahre Korrekturen erhalten.

Weitere Details zu Canonicals neuer Distribution erläutern Ankündigung, Dokumentation und Webseiten von Ubuntu Core 16. (thl)

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