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Ubuntu: Unity statt Gnome Shell

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Unity bringt einen neuen Look für denGnome-Desktop.

Ubuntu-Begründer Mark Shuttleworth hat auf dem Ubuntu Developer Summit angekündigt, dass die Distribution mit der kommenden Version 11.04 (Natty Narwhal) die selbst entwickelte Oberfläche Unity als Standard-Desktop verwenden wird. In der aktuellen Version 10.10 (Testbericht) kommt Unity lediglich bei Netbooks zum Einsatz. Der Gnome Shell, die neue Bedienkonzepte in die kommende Gnome-Version 3 einführen soll, erteilt Shuttleworth damit eine klare Absage. Da auch Unity auf den Gnome-Bibliotheken aufsetzt, lassen sich Gnome-Anwendungen unter Unity ohne Anpassungen verwenden; allerdings würde sich Ubuntu mit einer eigenen Desktop-Oberfläche deutlicher von anderen Distributionen unterscheiden.

Gegenüber Ars Technica erläuterte Shuttleworth die Gründe für die Entscheidung. Die Ubuntu- und die Gnome-Macher hätten sehr verschiedene Vorstellungen, wie ein bedienerfreundlicher Desktop aussehen müsse. Bei Ubuntu halte man das Zeitgeist-Framework für wesentlich, mit dessen Hilfe man Inhalte nach Kriterien wie "das Musikstück, das ich gestern Nachmittag gehört habe" finden könne; die Gnome-Entwickler hätten Zeitgeist hingegen aus dem Standard-Software-Pool von Gnome 3 entfernt. Shuttleworth hält ein neues, such- und aktivitätenzentriertes Paradigma zum Umgang mit Inhalten für wichtig, um das alte Datei- und Ordnerschema abzulösen.

Technisch sind Unity und Gnome Shell gar nicht so weit auseinander: Beide setzen auf das GUI-Toolkit Clutter, das auch in Googles Chrome OS (ausführliches Review) und Meego (Testbericht), dem Gemeinschaftsprojekt von Nokia und Intel, verwendet wird, und auf die Gnome-Bibliotheken. Die Gnome Shell verwendet allerdings den Fenstermanager Mutter, während bei Unity Compiz zum Einsatz kommt – hardwareunterstützte 3D-Grafik brauchen beide Oberflächen. Zudem unterstützt Unity das von Ubuntu entwickelte Indicator System als Ergänzung zu den Panel-Applets von Gnome, während sich die Applets mit der Gnome Shell zunächst nicht werden verwenden lassen.

Gnome-Entwickler zeigten sich enttäuscht von der Entscheidung – sie befürchten eine Fragmentierung des Gnome-Desktops und Schwierigkeiten für die Entwickler von Anwendungen, die jetzt zwei Oberflächen unterstützten müssen. Shuttleworth hält dem entgegen, dass die Schnittstellen zur Integration von Anwendungen in den Desktop über die Freedesktop-Initiative standardisiert würden. Er glaubt, dass Wettbewerb der Entwicklung des Gnome-Ökosystems insgesamt guttut. (odi)