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Ubuntu will weg von X11

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Ubuntu-Sponsor Mark Shuttleworth hat in seinem Blog erklärt, dass Ubuntu mittelfristig auf ein neues Grafiksystem umstellen will. Wayland, ein schlankes, OpenGL-basiertes Grafik- und Fenstersystem, soll in etwa einem Jahr den X-Server und das X Window System ablösen. Die User Experience, die der Umstieg auf Unity als Desktop bringen soll, ließe sich mit X11 nur mit viel Mühe und unvollständig umsetzen, so Shuttleworth.

Die Architektur von Wayland

(Bild: http://wayland.freedesktop.org/)

Wayland implementiert ein Protokoll, über das Clients – Anwendungen – mit einem Compositor kommunizieren, der seinerseits über den Kernel die Hardware anspricht. Aufgabe des Compositors ist es, Events wie Tasten-, Maus- oder Touchscreen-Ereignisse an den jeweils angesprochenen Client weiterzugeben. Die Clients aktualisieren ihr Fenster selbst und informieren den Compositor lediglich darüber, dass sich ein Bereich des Fensters geändert hat. Der Compositor bringt dann die Änderung auf den Bildschirm ­– unter Berücksichtigung möglicher Fenstertransformationen wie Skalierungen oder Rotationen.

Dabei verzichtet Wayland auf zahlreiche Altlasten des 25 Jahre alten X Window System – von den längst nicht mehr genutzten X-Primitiven zum Zeichnen von Linien und Mustern über Funktionen für das Font-Handling und das Management von Farbtabellen bis zur Netzwerktransparenz. Aktuelle Toolkits für das X Window System lassen sich auf Wayland portieren – an einem Qt-Port wird bereits gearbeitet. X11-Anwendungen lassen sich mit Wayland weiterverwenden, wenn der X-Server als Wayland-Client arbeitet, die Wayland-Eingabegeräte nutzt und sein Root-Window oder einzelne X11-Fenster über Wayland ausgibt. Das soll nur relativ wenige Änderungen erfordern.

Wayland wurde 2008 von dem Red-Hat-Entwickler Kristian Høgsberg gestartet. Mittlerweile wird das Projekt unter der Ägide von Freedesktop.org weiterentwickelt, (odi)

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