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Übernahme-Duell der Chiphersteller: Qualcomm bessert Angebot für NXP nach

US-Chiphersteller Qualcomm hat sein Angebot für den niederländischen NXP-Konzern nachgebessert und sich mit großen Anlegern auf einen Verkauf geeinigt. Das könnte Qualcomm auch gegen den Übernahmeversuch seitens Broadcom helfen.

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Qualcomm

(Bild: dpa, Andrej Sokolow)

US-Chiphersteller Qualcomm betreibt angesichts des Übernahmeversuchs durch den Wettbewerber Broadcom den Kauf des niederländischen Halbleiterkonzern NXP Semiconductor weiter und hat sein Angebot nachgebessert. Der US-Konzern wolle dafür nun 127,50 US-Dollar pro Aktie auf den Tisch legen, teilte Qualcomm am Montag mit. Qualcomm hatte zunächst 110 US-Dollar pro Aktie geboten. Durch das neue Angebot wird NXP mit insgesamt rund 44 Milliarden US-Dollar bewertet.

Qualcomm hat den Angaben zufolge verbindliche Vereinbarungen mit neun institutionellen Anlegern von NXP getroffen, die zusammen mehr als 28 Prozent der Anteile halten und diese verkaufen wollen. Dazu zählt nun auch der US-Investment-Fonds Elliot, der sich bisher gesperrt und ein besseres Angebot gefordert hatte. Zudem senkte der US-Konzern die Mindestannahmeschwelle für das Angebot von 80 auf 70 Prozent.

Qualcomm hatte die Übernahme von NXP bereits im Herbst 2016 in die Wege geleitet. Der US-Chiphersteller, der eine dominante Größe bei Mobilfunkchips ist, will sich mit der Übernahme der niederländischen NXP breiter aufstellen. NXP ist vor allem bei NFC-Chips und im Automobilsektor stark. Die Aufsichtsbehörden in den USA und Europa haben grünes Licht für die Übernahme gegeben, es fehlt nur noch die Freigabe in China.

Verzögert hat sich die Übernahme auch durch den zwischenzeitlich von Broadcom gestarteten und bisher von Qualcomm wiederholt abgelehnten Übernahmeversuch. Chiphersteller Broadcom will seinerseits Qualcomm übernehmen und hatte angekündigt, im Falle einer Einigung die Übernahme von NXP zu stoppen. Für Qualcomm wäre die Übernahme von NXP damit auch eine Hilfe gegen Broadcom, das sein Angebot für beide Unternehmen deutlich nachbessern müsste.

Broadcom erklärte in einer ersten Reaktion auf den Qualcomm-Schritt lediglich, es prüfe nun die Optionen. Zugleich kritisierte Broadcom, dass damit zusätzliche Werte von Qualcomm-Aktionären zu NXP-Anteilseignern übergingen. Broadcom hatte zuvor bereits angekündigt, die Offerte für Qualcomm könne bei einer Erhöhung des NXP-Gebots zurückgezogen werden. (vbr)

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