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Übernahme der Mainframe-Sparte von T-Systems durch IBM geplatzt

Angesichts wettbewerbsrechtlicher Bedenken des Bundeskartellamt sagt IBM die für Mai geplante Übernahme ab.

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IBM Z Mainframe.

(Bild: IBM/Connie Zhou)

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IBM nimmt von seinen Übernahmeplänen für das Mainframe-Geschäft von T-System Abstand, nachdem die Kartellaufsicht wettbewerbsrechtliche Bedenken geäußert hat. IBM habe die Anmeldung der Übernahme zurückgezogen, teilte das Bundeskartellamt am Freitag mit. Das Verfahren ende damit ohne eine förmliche Entscheidung und "der Zusammenschluss darf damit nicht vollzogen werden".

Die Übernahmepläne waren im Januar bekannt geworden. Die Deutschlandtochter der IBM wollte das Mainframe-Geschäft der T-Systems mit rund 400 Mitarbeitern übernehmen. Berichten zufolge war IBM bereit, dafür rund 860 Millionen Euro zu zahlen. Die Kundenverträge von T-Systems sollten nicht mit dem Besitzer wechseln.

Das Bundeskartellamt begründet seine Bedenken mit der marktbeherrschenden Stellung, die IBM als einer der wenigen Anbieter von Mainframes innehat. Das Geschäft mit Großrechnern sei immer noch "ein Milliardenmarkt", erklärt Kartellamtschef Andreas Mundt. Auch beim Servicegeschäft mischt Big Blue kräftig mit.

Das Übernahmevorhaben hätte deshalb Auswirkungen auf den europaweiten Markt für Dienstleistungen für den Mainframe-Betrieb, teilt die Aufsichtsbehörde weiter mit. Im Servicebereich ist IBM den Kartellwächtern zufolge "mit weitem Abstand Marktführer" vor wenigen Wettbewerbern, zu denen auch T-Systems gehört.

"IBM hat hier im Europäischen Wirtschaftsraum nach unserer vorläufigen Einschätzung eine marktbeherrschende Stellung inne, die durch die Übernahme von Personal und wesentlicher Infrastruktur des Wettbewerbers T-Systems weiter verstärkt worden wäre", sagte Mundt.

Für T-Systems ist das ein Rückschlag. CEO Adel Al-Saleh will das Unternehmen umstrukturieren und dabei mehrere tausend Arbeitsplätze abbauen. (vbr)