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Übersetzungs-App für Gebärdensprache

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Gehörlose und schwerhörige Menschen nutzen oft Gebärden, um mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten. Das Problem: Viele Hörende verstehen die visuelle Sprache schlicht nicht. Schottische Wissenschaftler entwickeln deshalb derzeit ein Verfahren, das als technische Übersetzungshilfe dienen soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Dabei wird die Kamera eines Mobilgeräts verwendet, um Gebärdensprache zu erkennen und diese dann in Text umzusetzen. Das Verfahren wird von Technabling kommerzialisiert, einem Spin-off der University of Aberdeen.

Der sogenannte Personal Sign Language Translator, kurz PSLT, soll auf Laptops, Netbooks, Smartphones oder Tablets laufen und arbeitet mit jeder normalauflösenden Standardkamera. "Die Gebärden werden sofort in Texte umgesetzt, die dann von der Person gelesen werden können, mit der man gerade kommuniziert", sagt Ernesto Compatangelo, einer der beteiligten Forscher. Ziel der neuen App sei es, eine schnellere Kommunikation zwischen Menschen, die Gebärden nicht beherrschen, und Hörbehinderten zu erlauben.

Das System soll zunächst für die Gebärdenvarianten British Sign Language (BSL) und Makaton optimiert sein, wird sich aber auch an individuelle Nutzer anpassen lassen. "Eine der spannendsten Möglichkeiten unserer Forschung ist es, dass Nutzer ihr eigenes Vokabular festlegen können. Das gilt auch für Wörter, die sich in der BSL schwer ausdrücken lassen", sagt Compatangelo.

Die Forscher sehen außerdem Anwendungsmöglichkeiten für den PSLT, die über die Nutzung durch Hörbehinderte hinausgehen. Menschen, die beispielsweise nach einem Unfall Sprachschwierigkeiten haben, könnten mit der Technik eigene Kommandos erfassen, um ihrem Umfeld mit Gesten schneller mitzuteilen, wo sie Hilfe benötigen. Ein Erlernen der Gebärden wäre so gar nicht notwendig. Ein weiteres Nutzungsfeld ist die Steuerung von "Smart Home"-Geräten oder Unterhaltungselektronik.

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(bsc)