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Überwachung von Tor: Das Risiko im Blick haben

Derzeit wird datenschutzbewussten Nutzern oft geraten, über Tor zu surfen. Dabei zeigt sich doch, dass die NSA gerade dieses Tool im Visier hat. Wer es benutzt, sollte die Gefahren kennen und kann dann stolz sein, jenen zu helfen, die Anonymität brauchen.

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Mit ihrer jüngsten Enthüllung haben NDR und WDR noch einmal offengelegt, wie groß das Interesse der NSA an Tor-Nutzern ist. Sie unterstreichen damit auch, welches Risiko die Benutzung des Anonymisierungs-Tools bedeutet. Bereits im September 2013 hatte c't unter dem Titel "Eigen-Tor" darauf hingewiesen, dass normale Internetnutzer Gefahr laufen, stärker überwacht und ausspioniert zu werden, wenn sie über das Tor-Netzwerk surfen. Dass das Tool deswegen nicht blind allen zu empfehlen ist, denen der Schutz ihrer Daten am Herzen liegt, sollte jedem bewusst sein, der Tor benutzt.

Tor-Nutzer müssen jede Menge beachten, wollen sie es den Geheimdiensten nicht zu einfach machen.

Denn was nach Beginn der Snowden-Enthüllungen nur zu ahnen war, ist inzwischen bestätigt: Die NSA hält jeden für verdächtig – beziehungsweise einen Extremisten – der über Tor unterwegs ist. Die Nutzer müssen sich deswegen ganz besonders vorsichtig im Netz bewegen, wollen sie es den Überwachern zumindest schwer machen. Das heißt, mit Tor hört die Gegenwehr gegen NSA nicht auf, sondern fängt höchstens an. Gleichzeitig kann man aber auch nicht oft genug darauf hinweisen, dass Tor denjenigen, die wirklich auf Anonymität angewiesen sind erst dann Schutz bieten kann, wenn genügend andere in dem Netz unterwegs sind. Wer sich also des Risikos bewusst ist und sich dem gewachsen sieht, der kann im besten Fall Journalisten, Dissidenten und Menschenrechtsaktivisten bei ihrer Arbeit Deckung bieten.

Eine Erklärung der Missverständnisse und Risiken bei Tor finden Sie bei c't:

  • Eigen-Tor: Gefahren der Tor-Nutzung im Alltag

(mho)

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