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Überwachungsgeräte im Osloer Regierungsviertel

Norwegische Politiker werden möglicherweise von Unbekannten ausspioniert. Rund um zentrale Regierungsgebäude in Oslo wurden Überwachungsgeräte gefunden. Wer sie installiert hat, ist unklar.

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(Bild: dpa, Peter Kneffel/Archiv)

Im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt Oslo sind zahlreiche Überwachungsgeräte gefunden worden, mit denen Telefongespräche abgehört werden können. Die sogenannten IMSI-Catcher wurden in der Nähe des Parlaments, einiger Ministerien und des Sitzes von Ministerpräsidentin Erna Solberg entdeckt. Mit ihnen lassen sich Standorte von Mobilfunkgeräten lokalisieren und Gespräche aufzeichnen.

IMSI-Catcher klinken sich als eine Art Proxy in die Verbindung zwischen Mobilfunk-Provider und Handy ein – ein Designfehler der Netze. Zwar muss sich ein Endgerät gegenüber dem Netz ausweisen, aber nicht das Netz gegenüber dem Handy. So kann sich jeder, der die Technik beherrscht, als Basisstation ausgeben. Die Handys zeigen keine entsprechende Warnung an, sie weisen zudem nicht darauf hin, dass die Übertragung zu den Catchern unverschlüsselt ist, anders als zu echten Basisstationen.

Die Chefin des Nachrichtendienstes, Benedicte Bjørnland, sagte, der Fund sei sehr beunruhigend. Es sei nicht bekannt, wer die Geräte installiert habe. "Es würde mich nicht überraschen, wenn sich zeigen sollte, dass ausländische Mächte hinter der Platzierung der falschen Basisstationen stecken" sagte sie dem Fernsehsender NRK. Die Norwegische Sicherheitspolizei (PST) warnte indes Politiker davor, vertrauliche Gespräche mit dem Handy zu führen.

Die Tageszeitung Aftenposten hatte die falschen Basisstationen mit Hilfe deutscher Technik, einem Cryptophone 500, lokalisiert und veröffentlichte am Wochenende Karten mit detaillierten Angaben über die betroffenen Bereiche der Innenstadt.

Zahlreiche Politiker reagierten besorgt. Ministerpräsidentin Solberg kündigte an, dass eine illegale Überwachung strafrechtlich verfolgt werde. Justizminister Anders Anundsen sagte: "Wenn sich herausstellen sollte, dass wir überwacht werden, ist das völlig inakzeptabel. Wir müssen tun, was möglich ist, um herauszufinden, wer oder was dahinter steckt und wie groß das Ausmaß ist."

PST-Chefin Bjørnland meinte jedoch, dass es nicht einfach sei, Telefonspionage aufzudecken. Man könne mit der Ausrüstung in einem Koffer von einem Auto aus Gespräche abhören. Es sei schwierig, Täter dabei auf frischer Tat zu ertappen. (avr)