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Uhrenverbot bei Prüfungen

Immer mehr Universitäten verbieten das Tragen von Uhren während Prüfungen. Zu groß sei das Risiko, dass mit einer Smartwatch geschummelt wird.

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Uhrenverbot bei Prüfungen

Smartwatches sind ebenso wie Handys, Tablets und andere mobile Computer während Prüfungen üblicherweise verboten. Doch wie kann man dieses Verbot durchsetzen, wo sie sich doch oft nur schwer von gewöhnlichen Uhren unterscheiden lassen? Die City University in London hat das Tragen von Armbanduhren während Prüfungen daher generell verboten. Alle Uhren müssen während der Prüfung in einem verschlossenen Kunststoffbehälter aufbewahrt werden.

Die Schummel-App ConTest ist kein plumper Spickzettel, sondern ein Abstimmungstool für Multiple-Choice-Fragen. Das Ergebnis wird unauffällig über die kleinen Pixel angezeigt.

(Bild: University of Michigan)

Während des vergangenen Jahres sei es für Aufsichtspersonen bei Prüfungen immer schwieriger geworden, Smartwatches von anderen Uhren zu unterscheiden. Sie könnten nicht bei über 100 Teilnehmern jede einzelne Uhr genau untersuchen, um sicher zu stellen, dass niemand sich unberechtigt einen Vorteil verschafft. Man habe im Gegenzug mehr Wanduhren angebracht und könne Studenten auch Uhren zum Aufstellen auf dem Tisch zur Verfügung stellen.

Nachforschungen der City University hätten ergeben, dass andere Hochschulen in Großbritannien ebenfalls ein solches Verbot erwägen oder bereits eingeführt haben. Ende 2013 hatte bereits eine belgische Hochschule, die Arteveldehogeschool in Gent, das Mitbringen von Uhren zu Prüfungen verboten, um Betrug zu verhindern. Auch hier wollte man die Verzögerungen vor den Prüfungen vermeiden, die durch die Kontrolle aller mitgebrachten Uhren entstanden wären.

Eine im Auftrag der Michigan University erstellte Fallstudie (PDF) hatte Möglichkeiten aufgezeigt, wie man in der Prüfung mit einer Smartwatch unauffällig betrügen kann. Die Autoren erstellten eine App namens ConTest für die nun auch in Deutschland offiziell erhältliche Smartwatch Pebble, mit der Prüfungsteilnehmer über das richtige Ergebnis von Multiple-Choice-Fragen abstimmen können. Dabei genügt unauffälliges Drücken von Knöpfen an der Uhr. Das Ergebnis wird als kleine Pixel in Uhrzeit und Datum angezeigt. Das Handy, das die Verbindung zum Internet herstellt, verbleibt vorschriftsmäßig in der Tasche. (ad)

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