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Ukraine-Doxxing: Trumps Cybersecurity-Berater versteht Twitter immer noch nicht

Ausgerechnet Trumps Cybersecurity-Berater Giuliani verstößt gegen die Datenschutzregeln von Twitter – und wird auf der Plattform kurzzeitig gesperrt.

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(Bild: pixabay.com)

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Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani ist nicht nur Donald Trumps persönlicher Rechtsberater, sondern auch seit 2017 sein Berater für Cybersicherheit – und er hat nun erneut demonstriert, dass er mit den Spielregeln im "Cyber" gewisse Probleme hat: Giuliani veröffentlichte bei Twitter einen Screenshot mit einer Textkonversation zwischen ihm und dem ukrainischen Präsidentenberater Andrej Yermak, in der dessen Telefonnummer zu sehen war. Twitter sperrte Giuliani daraufhin für kurze Zeit aus.

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Giuliani scheint eine Vorliebe dafür zu haben, auf der Social-Media-Plattform teils längliche Debatten mit anderen in Form von Screenshots mit Textinhalt zu posten. Im Fall von Yermak hatte er wohl nicht darauf geachtet, dessen Telefonnummer dabei wenigstens unkenntlich zu machen. Twitter schritt daher ein, weil die Regeln zur Veröffentlichung privater Informationen klar verletzt waren und Yermak offensichtlich der Veröffentlichung seiner Telefonnummer auch nicht zugestimmt hatte.

Gegenüber dem Magazin The Verge bestätigte ein Twitter-Sprecher den Vorgang. Giulianis Tweet mit dem Screenshot samt Telefonnummer habe die Regeln verletzt, weshalb man den User zunächst gesperrt habe. Das Veröffentlichen privater Informationen wird auch als 'Doxxing' bezeichnet – in einem besonders spektakulären Fall wurden in Deutschland im Dezember 2018 massenhaft Daten von Politikern in einem Twitter-'Adventskalender' veröffentlicht.

Derzeit trommelt Giuliani unter anderem auf Twitter nimmermüde für den US-Präsidenten, der sich im Zuge der sogenannten Ukraine-Affäre um mögliche ausländische Wahlbeeinflussung inzwischen mit einer Untersuchung zu einem Amtsenthebungsverfahren (Impeachment Inquiry) konfrontiert sieht. Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Selenskij telefonisch dazu aufgefordert, Ermittlungen gegen Trumps demokratischen Präsidentschafts-Mitbewerber Biden und dessen Sohn in die Wege zu leiten.

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(Bild: silvabom/Shutterstock.com)

Von Debatten in den sozialen Medien hält Norbert Lammert nicht viel. Statt emotional zu reagieren und gleich zu tippen, sollten die Diskutanten erst nachdenken.

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Im Dezember letzten Jahres zog Giuliani bereits viel Internet-Spott auf sich, als er in einem Tweet mehrfach nach dem Punkt am Satzende kein Leerzeichen setzte, woraus Twitter in einem Fall einen Link auf eine (zunächst nicht vorhandene) Domain fabrizierte: "...for G-20.In July..." wurde so zu einem Hyperlink unter der Top-Level-Domain Indiens (.in). Ein Internutzer jedoch schaltete schnell, sicherte sich die Domain und verhöhnte dort Donald Trump. Die Posse nährte die erheblichen Zweifel an Giulianis Internet-Kompetenz, die bereits bei seiner Ernennung zu Trumps Cybersecurity-Berater Anfang 2017 aufgekommen waren. (tiw)