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IFA

Ultrahochauflösender Riesenfernseher

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Durch seine 2,13 Meter große Bilddiagonale und die sehr feine Auflösung von 8,3 Millionen Pixel zieht der 84LM9600 zweifellos die Blicke auf sich. Besucher der IFA in Berlin werden das gute Stück kommende Woche am Stand von LG bewundern können.

Größenvergleich: LG zeigte den hochauflösenden Riesenschirm erstmals im Januar auf der CES in Las Vegas.

In seiner Heimat Korea will der Displayspezialist den 84-Zöller kommenden Monat für stolze 25 Millionen koreanische Won anbieten – das sind etwa 17.500 Euro. Zum Vergleich: Sharp bietet Aquos-Flachbildfernseher mit rund 2 Metern Diagonale (80 Zoll) hierzulande für 5500 Euro an. Allerdings haben diese auch "nur" Full-HD-Auflösung, also 1920 × 1080 Pixel. Das sogenannte 4K-Display von LG zeigt dagegen 3840 × 2160 Bildpunkte. Es löst damit viermal feiner auf als Full HD, was sich bei den großen Fernsehern aus kürzerer Distanz zweifellos bemerkbar macht.

Allerdings gibt es noch so gut wie keine kommerziellen Bildinhalte für die hochauflösenden Displays, weshalb allenfalls selbst gedrehte Filme respektive selbst geschossene Fotos das Potenzial der immensen Pixelanzahl richtig ausnutzen können. Herkömmliche TV- und Videosignale müssen Fernsehern und Projektoren mit der Ultra Definition auf ihre höhere Pixelanzahl umrechnen – was recht einfach klappen sollte, da 4K jeweils die doppelte Pixelanzahl pro Spalte und Zeile gegenüber Full HD hat. Bei LG erledigt das Umrechnungsverfahren im 84-Zöller die herstellereigene "XD Triple Engine".

LGs großer 4K-Fernseher löst mit 3840 × 2160 Pixel viermal so fein auf wie Full HD.

Die International Telecommunication Union (ITU) hatte die 3840 × 2160er Auflösung kürzlich in einem Entwurf zusammen mit der noch höheren Auflösung von 7680 × 4320 Pixel unter Ultra High Definition (UHD) zusammengefasst. Fachleute sprechen bei den beiden Auflösungen von 4K beziehungsweise 8K, hergeleitet aus der Anzahl der Pixel pro Zeile.

Am hochauflösenden Riesenschirm von LG kann man natürlich auch 3D schauen – durch eine passive Polfilterbrille, wie man sie auch in vielen Kinos bekommt. Die Tiefe der 3D-Bilder, also der Abstand zwischen nahen und weit entfernten Objekten, lässt sich am TV einstellen. Die eingespielte Full-HD-Auflösung von Blu-rays sollte dank der höheren Panelauflösung auch bei 3D erhalten bleiben. Bislang halbiert sich bei 3D-TVs mit Polfiltertechnik die wahrnehmbare horizontale Auflösung im 3D-Betrieb.

Unklar ist bislang, wann und für welchen Preis das große Smart-TV hierzulande angeboten wird. Die Produktion der ultrahochauflösenden Displays ist noch nicht ausgereift, man braucht dafür spezielle Pixeltransistoren, die schneller und besser leiten. Bei großen Diagonalen kommen dafür im Grunde nur TFTs aus Oxid-Halbleitern wie die sogenannte IGZO-Technik (Indium Gallium Zink Oxid) in Frage. Dass LG die Serienproduktion sehr großer Schirme mit IGZO-Transistoren bereits vollständig im Griff hat, darf angesichts des in Korea anvisierten Preises für den angekündigten 84-Zöller bezweifelt werden. (uk)