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Umfangreiche Datenerhebung führt zu mutmaßlichem Autobahn-Schützen

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Das Bundeskriminalamt (BKA) hat am Sonntag einen Fernfahrer festgenommen, der verdächtigt wird, auf Autobahnen auf Fahrzeuge geschossen zu haben. Für die Ermittlungen hat das BKA laut SWRinfo Kennzeichenlesegeräte auf Autobahnen installiert und die Daten der vorbeifahrenden Fahrzeuge erfasst. Wenn es zu einem neuen Vorfall kam, wurden die Fahrtrouten der beschossenen Autotransporter rekonstruiert und so lange mit Mobilfunkverbindungsdaten und Autokennzeichen abgeglichen, bis sich die Ermittlungen auf einen Verdächtigen konzentrieren konnten, berichtet B5 aktuell.

Diese Daten hätten die BKA-Beamten zu einem 58 Jahre alten Lkw-Fahrer aus der Eifel geführt. Der Tatverdächtige wurde laut dpa zur Vernehmung nach Würzburg gebracht und soll bereits gestanden haben. Auch soll er die Beamten zu einem Waffenversteck geführt haben.

Die Polizei hatte seit 2008 bundesweit mehr als 700 Anschläge auf Autobahnen registriert. Dabei wurden vorwiegend Neuwagen auf Autotransportern beschossen, auch kam es zu Unfällen. 2009 wurde bei Würzburg eine PKW-Fahrerin auf der A3 bei Würzburg am Hals getroffen und schwer verletzt. Die Einschüsse wurden häufig erst am Ende langer Fahrtrouten durch die Spediteure entdeckt. Zuletzt waren Belohnungen von bis zu 100.000 Euro auf die Ergreifung des Täters ausgesetzt. Das BKA übernahm 2012 die Ermittlungen. (anw)