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Umfrage: Intelligenter Stromzähler kein Selbstläufer

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Seit Anfang des Jahres sind digitale Stromzähler für Neubauten und bei größeren Renovierungen vorgeschrieben. Damit können die Verbraucher den Stromverbrauch kontrollieren. Diese Idee stößt laut einer repräsentativen Umfrage bei 71 Prozent der Verbraucher grundsätzlich auf Zustimmung. 69 Prozent wären bereit, sich einen kostenlosen digitalen Basiszähler einbauen zu lassen. Das hat das Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) ermittelt. Befragt wurden 1027 Personen im Alter ab 18 Jahren, die in ihrem Haushalt für die Auswahl des Stromanbieters allein oder gemeinsam mit anderen Personen entscheiden.

"Verbraucher sehen zwar die Vorteile, doch das macht die Technik nicht zum Selbstläufer", sagte vzbv-Vorstand Gerd Billen. 25 Prozent der Befragten wären für einen intelligenten Zähler zu zahlen bereit, wenn der Preis niedrig und die Möglichkeit, Geld zu sparen groß ist. Das hänge davon ab, dass es Stromtarife gibt, die je nach Tageszeit variieren, meint der vzbv. Die Regulierungsvorgaben der Bundesnetzagentur schränkten diese Möglichkeit derzeit noch stark ein. "Veraltete Vorgaben verhindern, dass die Zähler ihr Potenzial wirklich entfalten können", sagte Billen. "Wir brauchen neue Tarifstrukturen, die gleichzeitig fair und transparent sein müssen."

Diese Vorteile von intelligenten Stromzählern sahen die Befragten.

(Bild: Forsa)

Die Bekanntheit der digitalen Zähler ist derzeit noch begrenzt, hat die Umfrage insgesamt ergeben. Da gut die Hälfte der relevanten Bevölkerung davon noch nichts gehört habe und der Begriff "Smart Meter" praktisch gänzlich unbekannt sei, bestehe hier Bedarf, die Verbraucher besser zu informieren, hat Forsa festgestellt. Die Anbieter sollten nach Ansicht des vzbv den Umweltaspekt der neuen Zähler stärker herausstellen und die Vorbehalte der Verbraucher ernst nehmen. Als Hauptbedenken gegen digitale Stromzähler haben 27 Prozent Datenschutzbedenken eingeräumt, 15 Prozent befürchten zusätzliche Kosten.

Als Einführungszenario für intelligente Stromzähler können sich 54 Prozent eine modulare Architektur vorstellen. Das heißt, in allen Haushalten würden die alten Zähler kostenlos gegen digitale Basiszähler ausgetauscht. Der Basiszähler könnte auf Knopfdruck auch den Stunden-, Tages-, Monats- und Jahresverbrauch anzeigen, böte aber keine weiteren Funktionen. Nur wer möchte, könnte sich gegen Gebühr von seinem Anbieter ein Zusatzmodul einbauen lassen, das den Stromverbrauch an den Anbieter übermittelte und Zusatzfunktionen ermöglicht. 18 Prozent wären für eine integrierte Lösung. Dieser Zä̈hler übermittelte den Stromverbrauch an den Anbieter und wäre immer ein Gesamtpaket mit diversen Zusatzfunktionen, beispielsweise Tarife mit vergünstigten Zeiten, Programmierung von Geräten, Analyse der eigenen Verbrauchsdaten am Computer. Der Einbau dieser Zähler erfolgte auf Kundenwunsch und gegen Gebühr. 9 Prozent lehnen den Einbau digitaler Zähler generell ab. (anw)

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