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Umfrage: Mehrheit der Deutschen will Zeitumstellung abschaffen

Zweimal im Jahr wird an der Uhr gedreht. Viele finden das überflüssig und fordern die Abschaffung.

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Umfrage: Mehrheit der Deutschen will Zeitumstellung abschaffen

(Bild: dpa / Patrick Seeger)

Eine große Mehrheit der Deutschen will die Abschaffung der Zeitumstellung. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK, die der dpa vorliegt. Demnach sind 80 Prozent der Befragten der Meinung, dass das Drehen an den Uhren überflüssig ist und abgeschafft werden sollte. Mehr als jeder Vierte berichtet laut DAK von gesundheitlichen Problemen bei der Umstellung auf die Winterzeit.

In der Nacht von kommenden Samstag auf Sonntag werden die Uhren wieder um eine Stunde zurückgestellt. In einer Online-Befragung der EU-Kommission hatten sich im August 84 Prozent der Teilnehmer für eine Abschaffung ausgesprochen, die meisten Menschen votierten für eine dauerhafte Sommerzeit. Die EU-Kommission schlug als Konsequenz aus der Umfrage vor, 2019 die Zeitumstellungen in Europa zu beenden und es den Mitgliedstaaten zu überlassen, zu entscheiden, ob sie dauerhaft die Winter- oder die Sommerzeit haben möchten.

In der Bundesregierung sind sie Meinungen geteilt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, er habe eine Vorliebe für die ständige Sommerzeit. Entwicklungsminister Gerd Müller würde dagegen am liebsten gar nichts ändern, er sei ein absoluter Anhänger der jetzigen Regelung.

"Zahlreiche Menschen leiden unter dem ständigen Wechsel", sagte DAK-Vorstand Andreas Storm. Nach den Ergebnissen der Umfrage fühlen sich 79 Prozent der Betroffenen müde oder schlapp. Mehr als die Hälfte gab an, Probleme beim Einschlafen zu haben oder zwischendurch wachzuliegen. Schlechtes Konzentrationsvermögen und Gereiztheit wurden ebenfalls genannt. Jeder Elfte erlebte demnach sogar schon eine depressive Verstimmung. Auf europäischer Ebene müssten nun zügig die Weichen gestellt werden, damit es noch vor der Europawahl im Mai 2019 Klarheit gebe, forderte Storm.

Die Uhrenumstellung in heutiger Form wurde in Deutschland 1980 eingeführt – mit dem Ziel, Energie zu sparen. Der Erfolg ist umstritten. Technisch wäre eine Abschaffung laut der in Deutschland zuständigen Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig kein Problem. Jeder Beschluss könne von der PTB ohne nennenswerten Aufwand umgesetzt werden, hieß es dort nach Bekanntwerden der EU-weiten Umfrageergebnisse.

Für die repräsentative Bevölkerungsumfrage hat Forsa vom 27. September bis 13. Oktober bundesweit 3521 Bürger befragt. (mit Material der dpa) / (anw)

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