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Umfrage: Mehrheit für verhaltensabhängige Versicherungstarife

Viele Bundesbürger sind für individuelle Versicherungsprämien, in die etwa Fahrverhalten oder sportliche Betätigungen einfließen. Daten an die Anbieter wollen aber nur wenige weitergeben.

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Tracking für den Versicherungstarif?

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Die Deutschen äußern sich überwiegend widersprüchlich zu individuellen Versicherungstarifen. 68 Prozent der Bundesbürger halten es zwar für richtig, wenn aufgrund des eigenen Verhaltens vorsichtige Autofahrer mit geringeren Prämien belohnt werden und Raser mehr zahlen müssen. 52 Prozent sind auch dafür, dass Versicherungsnehmer weniger zu berappen haben, wenn sie sich "fit und gesund" halten. Andererseits stellt sich eine breite Mehrheit gegen einen Datentransfer an Versicherungshäuser, der die Basis für derlei Tarifanpassungen bilden würde.

Die Zahlen gehen aus einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für den Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Demnach sind 27 Prozent der Teilnehmer bereit, ihre Fahrdaten an die Kfz-Versicherung weitergeben. Beim Transfer von Nutzerdaten aus dem Smart Home an die Hausrat- oder Gebäudeversicherung sind diese Quote auf 14 Prozent. Am kritischsten sehen es, die Deutschen, wenn Gesundheitsdaten oder Informationen zum Einkaufsverhalten ausgewertet werden sollen: Zehn Prozent der Befragten würden Daten aus Fitness- und Ernährungs-Apps an die Krankenversicherung, sechs Prozent an Lebensversicherungen weitergeben wollen.

43 Prozent der Teilnehmer schließen kategorisch aus, dass Fahrdaten in die Hände der Anbieter kommen. 27 Prozent sind der Ansicht, dass einschlägige Informationen nicht genutzt werden dürfen, wenn der Versicherte am Ende mehr Geld bezahlen muss. Die größten Ängste bestehen generell darin, dass Daten von Versicherungen gegen die Kunden verwendet werden könnten und ihnen persönlich daraus Nachteile entstehen. Eine Sorge vor Hacks und unerwünschten Informationsabflüssen spielt eine weniger wichtige Rolle. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) kündigte im Februar an, Reformen prüfen zu wollen, ob etwa Gesundheitsdaten per Gesetzes beispielsweise nicht an Versicherer weitergegeben werden dürften. (axk)