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Umfrage: Mehrheit misstraut Fähigkeiten Deutschlands zur Cyberabwehr

Ist Deutschland gegen große Cyberangriffe gut gewappnet? Laut einer Umfrage ist die Mehrheit der Bürger skeptisch.

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Umfrage: Mehrheit misstraut Fähigkeiten Deutschlands zur Cyberabwehr

Ein Hacker in standesgemäßer Tracht.

(Bild: Shutterstock)

Die Mehrheit der Deutschen befürchtet einer Umfrage zufolge, dass ihr Land nicht ausreichend auf einen großen Cyberangriff vorbereitet ist. Das geht aus einer internationalen Studie hervor, die das US-Forschungsinstitut Pew Research Center am Mittwoch veröffentlicht hat. Danach bezweifeln 52 Prozent der Bundesbürger, dass Deutschland eine solche Attacke meistern könnte. 45 Prozent der Befragten halten die Republik für gut vorbereitet.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler im vergangenen Frühjahr jeweils rund 1000 Menschen in 26 Ländern befragt. Am zuversichtlichsten waren die Israelis, die ihr Land zu 73 Prozent für gut vorbereitet hielten. Auch in Russland (67 Prozent) und Indonesien (64 Prozent) war das Vertrauen in die eigene Cyberabwehr groß. Die Mehrheit der US-Bürger hielt ihr Land ebenfalls für ausreichend vorbereitet, während in den meisten EU-Staaten die Skepsis überwog.

Als besonders gefährdet gelten sensible staatliche Informationen. Einen Angriff auf solche Daten halten der Umfrage zufolge 78 Prozent der Deutschen für wahrscheinlich. Immerhin 51 Prozent der Deutschen halten es aber auch für wahrscheinlich, dass Wahlen im eigenen Land durch eine Cyberattacke manipuliert werden könnte. Im Durchschnitt aller 26 Länder sagten dies sogar 61 Prozent der Befragten, in den USA und Mexiko lag die Quote mit 78 Prozent besonders hoch.

Hackerangriffe die staatliche Netze zum Ziel haben, hat es indes in Deutschland bereits gegeben. Unter anderem musste nach einem Angriff auf den Bundestag 2015 die IT-Infrastruktur des Parlaments neu aufgesetzt werden. Für Schlagzeilen sorgte auch ein Angriff auf das Datennetz des Bundes im Frühjahr 2018. Zwar hätten die Angreifer zwei Bundeseinrichtungen infiltrieren können, nicht aber das speziell gesicherte Datennetz des Bundes insgesamt, erklärte eine Sprecherin des Innenministeriums damals. (axk)