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Umfrage zu Algorithmen: Große Mehrheit für Verbot vollautomatisierter Entscheidungen

Dating-Apps, Google, Facebook und Twitter – überall arbeiten im Hintergrund Algorithmen. Eine Studie beleuchtet, was die Deutschen über diese meist streng geheimen mathematischen Formeln als Helfer denken und wissen – nicht viel Gutes.

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Umfrage zu Algorithmen: Mehrheit der Deutschen fühlt sich unbehaglich

(Bild: markusspiske)

Fast die Hälfte der Deutschen kann mit dem Begriff Algorithmus nichts anfangen. Das ist das Ergebnis einer von der Bertelsmann-Stiftung am Mittwoch in Gütersloh vorgestellten Studie. Zwar haben demnach drei Viertel der Befragten das Wort schon einmal gehört, aber nur jeder Zehnte kann erklären, was ein Algorithmus überhaupt ist. Fast die Hälfte weiß, dass im Internet mit der Hilfe der Lösungsvorschriften zum Beispiel bei Facebook, Google und Twitter passgenau zugeschnittene Werbung eingeblendet wird. Dass aber Algorithmen auch bei Bewerbungen oder Krankheitsdiagnosen eingesetzt werden, weiß nur etwa ein Drittel der Deutschen.

Transparenz bei Algorithmen

Über die Transparenz der Algorithmen wird seit geraumer Zeit auch politisch diskutiert. So hat sich die schwarz-rote Bundesregierung im Koalitionsvertrag darauf verpflichtet, zum Schutz der Verbraucher Algorithmen-basierte Entscheidungen, Dienstleistungen und Produkte überprüfbar zu machen, "insbesondere im Hinblick auf mögliche unzulässige Diskriminierungen, Benachteiligungen und Betrügereien".

Gegen vollautomatische Entscheidungen findet sich in den meisten konkreten Situationen eine große Mehrheit.

(Bild: Bertelsmann Stiftung)

Ob Algorithmen gut oder schlecht sind – dazu haben laut der Bertelsmann-Studie 46 Prozent der Deutschen keine Meinung. Allerdings empfindet eine Mehrheit ein großes Unbehagen, wenn Maschinen losgelöst vom Menschen über Dinge entscheiden sollen. Zusammengerechnet 73 Prozent der Befragten fordern denn auch ein Verbot von vollautomatisierten Entscheidungen, die ohne menschliche Beteiligung getroffen werden. Dazu wurden ihnen verschiedene konkrete Lebensbereiche vorgelegt, verbunden mit der Frage, ob Algorithmen hier alleine entscheiden sollten.

Sorge vor Benachteiligung

"Algorithmen bestimmen zunehmend über unser Leben. In Deutschland fehlt es an grundsätzlichem Wissen über den digitalen Wandel. Wir müssen dringend lernen, die Chancen und Risiken von Algorithmen richtig abzuwägen", sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, zum Studienergebnis.

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Die Stiftung weist in der Untersuchung daraufhin, dass Fehler von Algorithmen nicht einzelne treffen, sondern eine Vielzahl von Menschen. Als Beispiel nennen die Autoren reproduzierte Benachteiligungen und das Verstärken von sozialen Ungleichheiten. So wurden bei Google Stellenanzeigen für Führungspositionen nur Männern, aber nicht Frauen angezeigt, oder Bewerber wurden wegen ihres Wohnortes oder einer psychischen Krankheit aussortiert.

Die Macht der Entwickler

Nach Angaben der Studienautoren befürchten viele der Befragten, dass Programmierer zu viel Macht über das Leben von Menschen erhalten und mit Algorithmen manipulieren. "Es besteht unabhängig vom Bildungsniveau oder Einkommen der Wunsch nach einer engmaschigeren Kontrolle. Unterm Strich denken nur 13 Prozent der Menschen in Deutschland, dass Algorithmen gerechtere Entscheidungen treffen als Menschen."

Für die Studie wurden insgesamt zwölf Fragen zum Thema Algorithmen in eine bevölkerungsrepräsentative Mehrthemenumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach aufgenommen. In der Zeit vom 5. bis zum 18. Januar 2018 wurden 1221 Personen ab 16 Jahren in persönlichen Interviews mündlich befragt, zum Beispiel ob Algorithmen den Alltag einfacher machen, die Freiheit der Bürger einschränken oder Menschen manipulieren. (mho)

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