Menü

Umlautdomains: Nic.at mit sinnlosen Anträgen geflutet

vorlesen Drucken Kommentare lesen 80 Beiträge

Nur gut sechs Prozent der bislang über 140.000 Anträge auf .at-Domains mit Sonderzeichen (Internationalized Domain Names, IDN) war Erfolg beschieden. Zwischen dem Start am vergangenen Mittwoch, 12 Uhr, bis am heutigen Montagvormittag sind wenig mehr als 9000 IDN vergeben worden. Weitere etwa 13.000 Anträge sind auf Grund formaler Fehler im Antragsformular zurückgewiesen worden. Mit rund 120.000 entfiel der größte Teil der Anträge jedoch auf bereits vergebene Domainnamen. Am heutigen Montagmittag wurde die öffentliche Whois-Abfrage aktiviert, was bereits die ersten Einsprüche und Beschwerden gegen Domainvergaben bewirkt hat.

Finanziell gesehen war die Einführung der Umlautdomains für Nic.at ein teurer Schlag ins Wasser. Die notwendige Hardware, die den Ansturm von über 2000 Antrag-Mails pro Minute (beziehungsweise rund 90.000 in den ersten zwei Stunden) verarbeiten konnte, war dabei noch der kleinste Posten. Die Kosten für Programmier- und hohen Support-Aufwand sind noch nicht genau beziffert. Der durch die rund 9000 Zuteilungen erzielte Umsatz ist dagegen aber vergleichsweise bescheiden. Dennoch: "Wir würden es sofort wieder machen", sagte Managing Director Richard Wein gegenüber heise online. "Unsere Aufgabe ist nicht, Geld zu verdienen, sondern .at-Domains für die Internet-Community zu verwalten. Die große Zahl an Anträgen, die deutlich über unseren Erwartungen liegt, zeigt, dass Bedarf gegeben ist."

Vom niedrigen Anteil erfolgreicher Anträge war auch Nic.at überrascht. "Wir hatten einen erstaunlich hohen Prozentsatz an mehrfachen Anträgen auf dieselben Domains. Deutlich höher als etwa in Deutschland", meinte Wein. Tatsächlich: Alleine "bücher.at" ist 877 Mal beantragt worden, gefolgt von "diät.at" (852) und "flüge.at" (834). Im Schnitt hat jeder der 224 Registrare jede der genannten Domains rund vier Mal beantragt. Einige Registrare haben also bewusst in Kauf genommen, Nic.at mit sinnlosen Anträgen zu beschäftigen.

Siehe zum Thema Umlaut-Domains auch:

  • Internationalized Domain Names (IDN), IETF Working Group
  • Punycode: A Bootstring encoding of Unicode for Internationalized Domain Names in Applications (IDNA), RFC 3492
  • RACE: Row-based ASCII Compatible Encoding for IDN

(Daniel AJ Sokolov) / (jk)