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Umsatz- und Gewinnrückgang bei Intel

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Anfang März räumte Intel ein, die Umsätze des Prozessorherstellers würden im ersten Quartal 2006 niedriger ausfallen als zuvor prognostiziert; der Erwartungskorridor wurde um 600 Millionen Euro nach unten korrigiert. 8,7 Milliarden bis 9,1 Milliarden US-Dollar werde er voraussichtlich betragen. Nun hat der Halbleiter-Marktführer die vorläufigen Zahlen für die vergangenen drei Monate veröffentlicht, nach denen sich der Umsatz auf 8,9 Milliarden US-Dollar (7,2 Milliarden Euro) summierte. Das sind etwa 460 Millionen US-Dollar weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres.

Der Nettogewinn schrumpfte von 2,2 Milliarden auf 1,3 Milliarden US-Dollar (1,06 Milliarden Euro). Der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) sank von 35 auf 23 Cent. Die von Thomson First Call befragten Analysten hatten im Schnitt ein EPS von 23 Cent bei 8,914 Milliarden Dollar Umsatz erwartet. Konkurrent AMD konnte vor Ostern eine Umsatzsteigerung vorweisen.

CEO Paul Otellini hat laut Mitteilung (PDF-Datei) eine Begründung für den Umsatzrückgang parat. Nach moderateren PC-Wachstumsraten seien die Chip-Lagerbestände bei den Kunden in geringerem Maße reduziert worden, was sich auf Intels Umsatz ausgewirkt habe. Anders als Anfang März ist nun in Intels Mitteilung keine Rede von einem Verlust an Marktanteilen.

Als Trends für die wichtigsten Produkte haben sich laut Mitteilung in den vergangenen drei Monaten schrumpfende Auslieferungen bei Mikroprozessoren, Chipsätze, Mainboards und Flash-Speicher abgezeichnet. Bei Mikroprozessoren sei der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) gesunken. Zudem seien bei Prozessoren für mobile Geräte wie Handys und PDAs die Auslieferungen zurückgegangen. In Asien-Pazifik, Amerika und Europa sei der Umsatz niedriger als erwartet ausgefallen. Dank eines starken Notebook-Geschäft habe Intel aber in Japan erstmals in einem Quartal 1 Milliarde US-Dollar Umsatz erzielt.

Intel habe allerdings "exzellente operationale Fortschritte" gemacht, meint Otellini: "Wir haben Millionen 65-nm-Dual-Core-Prozessoren ausgeliefert und eine ausgeprägte Marktakzeptanz für die Plattform Centrino Duo mobile registriert", versuchte der Intel-Chef dem vergangenen Quartal positive Aspekte abzugewinnen. Intel plane für das dritte Quartal neue Prozessoren auf Basis der Core-Architektur. Dadurch werde Intel in der zweiten Jahreshälfte "Leistungsführer".

Für das laufende zweite Quartal erwartet Intel zwischen 8 Milliarden und 8,6 Milliarden US-Dollar Umsatz. Aktienexperten hatten im Schnitt mit 8,851 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet. Vor einem Jahr konnte der Chiphersteller für das zweite Quartal 9,2 Milliarden US-Dollar Umsatz ausweisen. Für das Gesamtjahr erwartet Intel einen Umsatzrückgang von drei Prozent. Die Intel-Aktie, die zum gestrigen Börsenschluss in New York bei 19,56 US-Dollar und damit 17 Cent im Plus notierte, zog nachbörslich auf etwa 19,80 US-Dollar an.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Intel in US-Dollar

Quartal Umsatz Netto-
gewinn
1/00 8,0 Mrd. 2,7 Mrd.
2/00 8,3 Mrd. 3,5 Mrd.
3/00 8,7 Mrd. 2,73 Mrd.
4/00 8,7 Mrd. 2,6 Mrd.
1/01 6,7 Mrd. 1,1 Mrd.
2/01 6,3 Mrd. 0,85 Mrd.
3/01 6,5 Mrd. 0,11 Mrd.
4/01 7,0 Mrd. 0,50 Mrd.
1/02 6,8 Mrd. 0,94 Mrd.
2/02 6,3 Mrd. 0,45 Mrd.
3/02 6,5 Mrd. 0,69 Mrd.
4/02 7,2 Mrd. 1,05 Mrd.
1/03 6,8 Mrd. 0,92 Mrd.
2/03 6,7 Mrd. 0,896 Mrd.
3/03 7,8 Mrd. 1,7 Mrd.
4/03 8,7 Mrd. 2,173 Mrd.
1/04 8,1 Mrd. 1,7 Mrd.
2/04 8,1 Mrd. 1,8 Mrd.
3/04 8,5 Mrd. 1,9 Mrd.
4/04 9,6 Mrd. 2,123 Mrd.
1/05 9,4 Mrd. 2,154 Mrd.
2/05 9,2 Mrd. 2,038 Mrd.
3/05 9,96 Mrd. 1,995 Mrd.
4/05 10,20 Mrd. 2,453 Mrd.
1/06 8,940 Mrd. 1,347 Mrd.
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