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Umweltbundesamt: Weniger Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase

Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes ist die Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase in einigen deutschen Städten zurückgegangen. Eine Emissionskarte zeigt die tagesaktuellen Messwerte an.

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UBA: Weniger Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase

(Bild: Pixabay / CC0)

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Die Belastung der Luft durch Diesel-Abgase hat in deutschen Städten im letzten Jahr abgenommen. Wie das Umweltbundesamt (UBA) am Donnerstag nach ersten Schätzungen mitteilte, sei der Grenzwert zum Schutz der Gesundheit in 70 Städten überschritten worden. Im Jahr 2016 war das noch in 90 Städten der Fall.

Spitzenreiter bei der Belastung durch Stickstoffdioxid NO2 ist trotz eines geringen Rückgangs München. Im Jahresmittel wurden in der bayerischen Landeshauptstadt etwa 78 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft gemessen. Das ist fast doppelt so viel wie die erlaubten 40 Mikrogramm. Hinter München folgen die Städte Stuttgart mit 73 und Köln mit 62 Mikrogramm im Jahresmittel. Stuttgart hatte im Vorjahr noch den Spitzenplatz eingenommen.

Das UBA stellt interessierten Bürgern eine Emissionskarte von Deutschland zur Verfügung. Sie zeigt die Luftschadstoffbelastung mit Feinstaub, Stickstoffdioxid, Ozon, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid an, die Messstationen der Bundesländer und des Bundesamtes erfassen. Die Daten werden tagsüber stündlich aktualisiert und als Mittelwert angezeigt. Morgens steht dann die Tagesmittelwerte des vergangenen Tages bereit. Mit den gesammelten Daten lassen sich Schadstoffmessungen der vergangenen Jahre abrufen und miteinander vergleichen.

Die Karte gibt außerdem Auskunft darüber, wo im Einzelnen die Höchstwerte überschritten werden. Über das Anwählen einzelner Messstationen lässt sich herausfinden, wie hoch die Luftbelastung mit einem Schadstoff am eigenen Standort ist.

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger begrüßte den Rückgang der Luftverschmutzung in Deutschland. "Wir sind aber noch längst nicht am Ziel." Der Rückgang der Luftbelastung in den Städten soll vor allem auf kommunale Maßnahmen zurückzuführen sein. Durch die Diesel-Debatte seien vielfach Tempolimits und Straßenverengungen umgesetzt worden, die jetzt Wirkung zeigen.

Weniger gut kommen die getroffenen Maßnahmen vom Bund und der Autoindustrie weg: Die neue Abgas-Software für Diesel-Fahrzeuge und Prämien für den Kauf sauberer Neuwagen würden nicht ausreichen. Das UBA sieht deshalb die Notwendigkeit, Hardware-Umrüstungen an Diesel-Fahrzeugen vorzunehmen. Eine Option einer solchen Umrüstung könnte die Nachrüstung mit SCR-Katalysatoren sein, wie es ein Gutachten für die Bundesregierung vorgeschlagen hatte.

Das Bundesverkehrsministerium hatte am Mittwoch eine Förderrichtlinie herausgebracht, um die Digitalisierung des öffentlichen Nahverkehrs voranzubringen. Davon erhofft sich das Ministerium mittelfristige Verbesserungen bei der Luftbelastung, um damit drohende EU-Strafzahlungen abzuwenden und mögliche Fahrverbote zu verhindern. (mit Material der dpa) / (olb)

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