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Umweltbundesamt schlägt Lebensdauer-Label für Elektrogeräte vor

Der Drucker gibt nach drei Jahren den Geist auf, der Fernseher wird schon nach fünf Jahren ersetzt – obwohl er noch funktioniert. Das Umweltbundesamt fordert nun mehr Informationen für Verbraucher.

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Smartphones und Tablets

(Bild: dpa, Rainer Jensen/Archiv)

Das Umweltbundesamt bringt eine Mindestlebensdauer-Kennzeichnung für Elektrogeräte ins Spiel. "In den allermeisten Fällen ist das langlebigere Produkt das umweltfreundlichere", sagte UBA-Präsidenten Maria Krautzberger am Donnerstag laut dpa. Die Bundesbürger ersetzten Produkte wie Handys und Fernseher jedoch in immer kürzeren Abständen. Häufig seien die ausrangierten Geräte dabei noch funktionstüchtig.

Einen konkreten Vorschlag für die Mindestlebensdauer-Kennzeichnung will das Amt nach Abschluss eine Studie im August vorlegen. Dabei werden von den Herstellern auch Angaben dazu verlangt, wie lange sie Ersatzteile vorhalten. Die Bundesbehörde dringt dafür auf eine gesetzliche Regelung. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) äußerte sich skeptisch. Eine solche Kennzeichnung sei kaum überprüfbar. Geschäftsführer Klaus Mittelbach setzt auf Qualitätswettbewerb. "Die deutschen Hersteller werden alles tun, damit der Kunde beim nächsten mal auch wieder sein Produkt kauft."

Wie eine Kennzeichnung oder ein Label aussehen könnte, ist noch offen. UBA-Expertin Ines Oehme sagte SWR3: "Man kann nicht immer nach Jahren messen, sondern in Leistungszyklen. Bei einer Waschmaschine die Zahl der Waschgänge, bei einer Lampe die Zahl der Brennstunden oder beim Motor die Zahl der Stunden." Das UBA geht auch dem Vorwurf nach, dass Hersteller die Lebensdauer bewusst verkürzen, um schneller wieder Neuware zu verkaufen. Dafür gebe es bislang aber keine Belege.

Offen ist auch, ob dem UBA dabei eine freiwillige Lösung oder ein Pflichtlabel vorschwebt. Zumindest letzteres ließe sich eigentlich nur auf EU-Ebene regeln. Eine Stellungnahme der Behörde auf Anfrage von heise online steht zur Stunde noch aus. Generell hat das zum Geschäftsbereich der Umweltministeriums gehörige UBA keine Kompetenzen, entsprechende Gesetzesinitiativen an den Start zu bringen. Das Ministerium hat zu den Vorschlägen noch keine Stellung bezogen.

Darüber hinaus forderte UBA-Chefin Krautzberger in der Frankfurter Rundschau, Hersteller von Smartphones und anderer mobiler Elektronik-Geräte zum Einbau leicht austauschbarer Akkus zu verpflichten. Damit solle die Nutzungsdauer der Geräte verlängert und das Elektroschrott-Aufkommen verringert werden. Krautzbergers Vorgänger Jochen Flasbarth hatte bereits Ende 2012 ein Verbot der festen Akkus gefordert: "Dass das verschleißträchtigste Bauteil nicht einfach ersetzt werden kann, ist grotesk. Das muss man verbieten.“ Seine Forderung blieb aber bislang ohne Konsequenzen. (Mit Material der dpa) / (axk)

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