Umweltschutz: Sportvereine fürchten Ende von Sportplätzen mit Kunststoffbelag

Auf EU-Ebene wird bis 2022 ein Verbot der Mikroplastikquelle Kunstrasen erwogen. DFB und Co. sind dagegen.

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(Bild: Photo by Ben Hershey on Unsplash)

Von
  • Ben Schwan

Mikroplastik gelangt durch zahlreiche Quellen in die Umwelt: Von der herkömmlichen Plastiktüte, die sich über Jahre zerlegt, über abgefahrene Autoreifen bis hin zu Kunststoffgranulat, das auf Kunstrasenplätzen liegt. Letzterem Problem will sich nun die EU annehmen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Mikroplastik: EU knöpft sich Kunstrasen vor").

Die Kommission hat nun die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) damit beauftragt, die potenziellen Umweltgefahren durch Kunstrasenplätze zu überprüfen. Die ECHA hatte das dort verwendete Granulat bereits Anfang 2019 offiziell als Quelle von Mikroplastik tituliert, nun stehen weitere Untersuchungen an. Diese könnten, so befürchten es zumindest große Sportorganisationen wie der Deutsche Fußballbund (DFB), zu einem Verbot der Plätze führen. Laut dessen Einschätzung könnten bis zu 5000 Anlagen allein in Deutschland betroffen sein.

Allerdings gab es von der ECHA zunächst Entwarnung. Ein sofortiges Verbot wird es ebenso wenig geben wie eine schnelle Grundsatzentscheidung. Denn die Europäische Chemikalienagentur will sich zunächst bis 2020 Zeit nehmen, um ihre Prüfungen abzuschließen. Dabei soll auch erforscht werden, welche Alternativen es zum Plastikgranulat gibt. Dazu gehören etwa Schnitzel aus Kokosnuss oder Kork.

Ein Sprecher der ECHA sagte gegenüber der "Süddeutschen Zeitung", ob die EU-Kommission ein Verbot von Plastik-Einstreumaterial für Kunstrasensportplätze vorschlagen wird, stehe noch längst nicht fest. Die ECHA sei "in einer frühen Phase der Meinungsbildung". Denkbar wäre ein Verbot wohl frühestens ab 2022. Laut Fraunhofer Institut werden pro Jahr rund 330.000 Tonnen an Mikroplastik in die Umwelt entlassen. Hauptursache sind mit gut 33 Prozent Abrieb durch Autoreifen, die schon lange nicht mehr aus Gummi bestehen, sondern aus Kunststoff.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)