Menü

Uni-Absolventen fühlen sich unvorbereitet auf digitale Herausforderungen

An Universitäten scheinen Studierenden nicht ausreichend auf die digitalen Herausforderungen im Beruf vorbereitet zu werden. Besonders Frauen sehen das so.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket  speichern vorlesen Drucken Kommentare lesen 174 Beiträge
Von

Viele Hochschulabsolventen sehen sich nicht gerüstet für die Digitalisierung am Arbeitsplatz. Wie eine Umfrage des Personaldienstleisters Studitemps und der Universität von Maastricht unter 22.000 Studenten und Absolventen in Deutschland ergab, erkennen vor allem Sprach- und Kulturwissenschaftler sowie Juristen eigene Defizite. Fast 40 Prozent von ihnen sehen sich durch ihr Studium nicht oder eher nicht gut vorbereitet auf die digitalen Anforderungen des künftigen Berufs. Erziehungswissenschaftler kommen auf rund 36 Prozent, bei Medizinern, Sozial- und Geisteswissenschaftlern sieht es nur etwas besser aus.

heise jobs – der IT-Stellenmarkt

Zu Arbeitsplätzen und Stellenangeboten in der IT-Branche siehe auch den Stellenmarkt auf heise online:

mehr anzeigen

Insgesamt liegt der Schnitt bei 27 Prozent – genau diesen Wert gab es auch unter Lehramtsstudenten. Informatiker und Ingenieure schneiden am besten ab. 45 Prozent aller Befragten antworteten, sie sähen sich gut oder eher gut vorbereitet, 28 Prozent gaben "weder noch" an.

Unterschiede gibt es auch bei den Geschlechtern: Frauen sehen sich zu 41 Prozent durch ihr Studium gut auf die digitalen Herausforderungen im Beruf vorbereitet. Bei Männern sind es 52 Prozent und damit nur knapp mehr als die Hälfte aller männlichen Befragungsteilnehmer. Sie sehen in der Digitalisierung dann auch zu 64 Prozent eine Verbesserung ihrer Job-Chancen, bei Frauen sind es lediglich 51 Prozent.

Mit Blick auf die Zahlen der Umfrage zeigte sich Studitemps-Chef Eckhard Köhn besorgt. Es sei "fatal, wenn man sich die späteren praktischen Aspekte im Job ansieht", sagte er. "Die angehenden Lehrer und Erziehungswissenschaftler werden mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, die zu einem großen Teil in der digitalen Welt unterwegs sind." Er stellte infrage, dass die Lehrer den Schülern in digitalen Sachen auf Augenhöhe begegnen könnten.

"Der Digitalpakt von Bund und Ländern läuft ins Leere, wenn selbst junge Lehrer nicht auf die digitalen Anforderungen vorbereitet sind." Da helfen kein schnelleres WLAN und keine digitalen Tafeln. Der Bund fördert die Anschaffung und Installation von solcher Technik. (mit Material der dpa) / (olb)