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United Internet: 5G-Auktion und Verhandlungen zur Netzmiete verhageln Bilanz

United Internet

(Bild: dpa, Thomas Frey)

Die 5G-Auktion und Verhandlungsverzögerungen zur Netzmiete der Tochter 1&1 Drillisch belasten United Internet. Dazu kommt eine Wertminderung von Tele Columbus.

Der Telekommunikationsanbieter United Internet ist mit weniger Umsatz und Gewinn als erwartet in das Geschäftsjahr gestartet. Die mehrere Wochen andauernde Versteigerung von 5G [1]-Frequenzen und eine Wertminderung auf den Kabelnetzbetreiber Tele Columbus belasten das Unternehmen. Bei der Telekommunikationstochter 1&1 Drillisch im hessischen Maintal wirkte sich eine verzögerte Verhandlung um die Netzmiete mit vorläufig 17,5 Millionen Euro auf das Betriebsergebnis aus, wie United Internet am Mittwoch im rheinland-pfälzischen Montabaur im Westerwald mitteilte [2].

United Internet erwartet hier bereits seit längerem eine rückwirkende Senkung von Vorleistungspreisen. Erst einige Monate nach Ende der sich hinziehenden Mobilfunkfrequenzauktion rechnet Konzernchef Ralph Dommermuth mit einer Entscheidung in einem schiedsgutachterlichen Verfahren. Denn erst nach der Auktion dürfen die Teilnehmer wieder miteinander über Verträge sprechen.

Der Umsatz von United Internet stieg nach Unternehmensangaben im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,2 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro. Der Konzern nahm weniger mit dem Verkauf von Smartphones und von Onlinewerbeflächen ein.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte auch wegen Bilanzierungseffekten um 7,7 Prozent auf 299,7 Millionen Euro. Beide Werte fielen schwächer aus als von Analysten zuvor geschätzt. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn unterm Strich ging von 83,5 Millionen Euro ein Jahr zuvor auf 49 Millionen Euro zurück, vor allem, weil eine Wertminderung auf den 28,5-Prozent-Anteil am Kabelnetzbetreiber Tele Columbus mit gut 43 Millionen Euro zu Buche schlug.

Sowohl United Internet als auch 1&1 Drillisch bestätigten ihre Prognosen für 2019. United Internet erwartet im laufenden Geschäftsjahr eine Umsatzsteigerung in Höhe von etwa vier Prozent. Im Vorjahr hatte der Umsatz rund 5,13 Milliarden Euro betragen. Das EBITDA soll um acht Prozent zulegen. Seit dem 1. Januar gilt der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16. Mit der erstmaligen Anwendung soll das EBITDA sogar um zwölf Prozent steigen. (mit Material der dpa) / (olb [3])


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http://www.heise.de/-4422526

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[1] https://www.heise.de/thema/5G
[2] https://www.united-internet.de/uploads/media/United_Internet_PM_Q1_2019_01.pdf
[3] mailto:olb@heise.de