United Internet legt soliden Jahresauftakt hin

Der Internetkonzern und seine Telco-Tochter 1&1 Drillisch freuen sich über Umsatzwachstum, wagen wegen des Coronavirus' aber nur eine vorsichtige Prognose.

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(Bild: United Internet)

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Der Internet- und Telekommunikationsanbieter United Internet ist mit einem Umsatzplus ins neue Geschäftsjahr gestartet und bleibt unter Vorbehalt bei seinen Jahreszielen. Vor allem dank eines guten Ergebnisses der Telekommunikationstochter 1&1 Drillisch hat United Internet den Umsatz im ersten Quartal um vier Prozent auf 1,33 Milliarden Euro steigern können. Das operative Geschäftsergebnis vor Steuern und Abschreibungen liegt bei rund 300 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

United Internet erklärt das im Vergleich zum Vorjahresquartal stagnierende Ebitda vom Mittwoch unter anderem mit Belastungen in Höhe von 2,8 Millionen Euro für den Anschub des 5G-Netzaufbaus. Dazu nennt United Internet zwei Regulierungsentscheidungen, die die Bilanz mit knapp 7 Millionen Euro belasten: Die Preisgrenze für SMS ins EU-Ausland und die Erhöhung der TAL-Miete.

Auch hat das veränderte Nutzungsverhalten infolge der Coronavirus-Krise eine Rolle gespielt, was United Internet mit knapp 5 Millionen Euro einpreist. Die Leute telefonieren mehr, doch ohne eigenes Netz kann die Mobilfunktochter 1&1 Drillisch davon nicht profitieren. Die Kunden haben zumeist Gesprächsflatrates und der Anbieter muss für Netzkapazität bezahlen. "Wenn unsere Kunden mehr verbrauchen, kostet uns das mehr", erklärte ein Sprecher.

Bei 1&1 Drillisch führt das zu einem Gewinnrückgang. Zwar konnte die Telekommunikationstochter von United Internet im ersten Quartal ihren Umsatz um 4,2 Prozent auf 940,7 Millionen Euro steigern, doch sank das Ebitda unter den Vorjahreswert. Nach 168,5 Millionen Euro im ersten Quartal 2019 verzeichnet das Unternehmen nun ein Ergebnis in Höhe von 164,0 Millionen Euro.

Die Zahl der Kundenverträge konnte 1&1 Drillisch im ersten Quartal um 100.000 auf 14,43 Millionen steigern, es kamen vor allem Mobile-Internet-Verträge hinzu. Unter dem Strich übrig blieben 88,2 Millionen Euro – im Vergleich zu 89,04 Millionen Euro im Vorjahr. Die Prognose für das Gesamtjahr 2020 bestätigte 1&1 Drillisch dennoch und erwartet einen Umsatz und ein Ebitda auf Vorjahresniveau.

Auch für die Gesamtgruppe will das Management um Konzernchef Ralph Dommermuth Umsatz und Ergebnis auf Vorjahresniveau halten. Die Prognosen seien allerdings mit Unsicherheiten behaftet, hieß es. Der Konzern werde daher in den nächsten Wochen und Monaten die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Geschäftsentwicklung analysieren und plant im Rahmen der Halbjahresberichterstattung 2020 eine Konkretisierung der Prognose.

(vbr)