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"Unprinter" radiert bedrucktes Papier aus

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Altpapier-Recycling ist aufwendig: Nach dem Einsammeln und Sortieren des Materials bei Haushalten und Industrie erfolgt eine nahezu komplett neue Papierproduktion, um aus Bedrucktem unterschiedlichster Herkunft wieder unbefleckte Bögen zu machen. Forscher um Julian Allwood und David Ricardo Leal-Ayala von der University of Cambridge in England haben zusammen mit Kollegen vom Lehrstuhl für Photonische Technologien der Universität Erlangen-Nürnberg nun eine interessante Recycling-Alternative für den Hausgebrauch entwickelt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Wer Laserdrucker nutzt, könnte künftig mithilfe eines sogenannten "Unprinters" den Toner, mit dem Buchstaben und Bilder auf das Papier gelangen, wieder löschen und die Bögen mehrfach wieder bedrucken, bevor sie endgültig in den Altpapiercontainer müssen.

Das Löschen klappt in der aktuellen Prototypversion der Technik bis zu dreimal, danach werden die Papierfasern zu stark beschädigt oder verfärben sich gelblich. Dann ist allerdings noch die reguläre Aufbereitung möglich. Das Ausradieren mit dem Laser sei energetisch in jedem Fall effizienter als Recycling, sagt Allwood. Die Forscher wollen den Löschprozess nun zuverlässiger machen und zeigen, dass er nicht nur für mit Toner bedrucktes Papier nutzbar ist, sondern auch für Tintenstrahldrucke. Die Entdruckung soll außerdem auf längere Sicht bis zu fünfmal funktionieren.

Unklar ist noch, wie sich die Technik in ein Endkundengerät integrieren lässt und ob sie bezahlbar sein wird – die beste Lösung wäre vermutlich, Laser und Unprinter in einem Gerät zu kombinieren. Für den Prototypen veranschlagen die Forscher derzeit knapp 19.000 Euro. Rechnet man dies auf die knapp 3 Cent hoch, die heute für eine Seite Recyclingpapier im Handel fällig werden, wäre das noch etwas viel: Übertragen auf eine halbe Million Blätter, die im Jahr gelöscht werden müssen, dürfte das Gerät nicht mehr als 17.000 Euro kosten, um sich zu rentieren.

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(bsc)