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Unspektakulärer Start für UMTS in Japan erwartet

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Japans führender Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo erwartet "nicht viel" für den geplanten Start seines W-CDMA-Dienstes (das japanische UMTS-Pendant) im Mai dieses Jahres. Laut dem Finanzdienst Bloomberg plant NTT DoCoMo anfangs lediglich die Portierung seiner derzeitigen Inhalte des i-mode-Dienstes auf das neue W-CDMA-Netz. Man nutze damit also nur Inhalte, die für den etwa 40-mal langsameren i-mode-Dienst konzipiert wurden. Die hohe Übertragungsleistung des neuen Verfahrens, die anfangs bei 384 kBit/s liegen und bis 2 MBit/s erweiterbar sein soll, wird demzufolge weit gehend ungenutzt bleiben.

Das Aufkommen von "Killer-Applikationen", die voll auf die hohe Übertragungsrate der neuen Mobilfunkgeneration setzten, also im Wesentlichen auf Musik- und Videoübertragung, erwartet DoCoMo-Geschäftsführer Takeshi Natsuno frühestens im nächsten Jahr, da hierfür eine ausreichende Zahl an Handsets im Markt sein müsse. Für das Jahr 2001 rechnet NTT DoCoMo lediglich mit 150.000 verkauften Handys der neuen Generation, im Jahr 2002 allerdings bereits mit sechs Millionen Nutzern.

NTT DoCoMo ist Japans führender Mobilfunkprovider, der etwa 60 Prozent der 59 Millionen japanischen Mobilfunknutzer bedient. Die Einführung der Mobilfunkdienste der dritten Generation in Japan gilt als Testfall für die weltweit unter erheblichem Investitionsaufwand entstehenden UMTS-Netze. (klp)