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Unter Windows 10 Pro gelten bald nicht mehr alle Gruppenrichtlinien

Mit Windows 10, insbesondere dem "Anniversary Update", ändert Microsoft die Anwendungslogik von Gruppenrichtlinien. Künftig entscheidet nicht nur die Version des Betriebssystems (Windows 7/8/10), sondern auch die Edition (Pro, Enterprise).

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Unter Windows 10 Pro gelten bald nicht mehr alle Gruppenrichtlinien
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Microsoft: Windows 10 Pro 64Bit, DSP/​SB (deutsch) (PC) (FQC-08922)
Microsoft: Windows 10 Pro 64Bit, DSP/​SB (deutsch) (PC) (FQC-08922) ab € 89,10

Bisher konnten Firmen-Admins die professionellen Editionen des Client-Windows (Pro und Enterprise) zentral über Gruppenrichtlinien konfigurieren und so das Aussehen und das Verhalten der PCs mit einem Satz von Einstellungen vorgeben. Diese Vorgaben galten immer für alle Clients mit derselben Windows-Version. Ausgenommen von dieser Technik waren stets die Home-Ausgaben, bei denen man aber über Registry-Schlüssel lokal meist dieselben Einstellungen vornehmen konnte.

Für welche Editionen von Windows 10 eine Gruppenrichtlinie gilt, muss man im Kleingedruckten nachlesen.

Mit Windows 10 behandelt Microsoft die Firmen-Ausgaben erstmals unterschiedlich. Schon in dem Release 1511 vom November 2015 gab es einzelne Einstellungen, die sich nur mit der Enterprise Edition von Windows 10 steuern ließen, aber nicht mit "Pro" – etwa das Deaktivieren des Stores oder die Telemetrie-Einstellungen, bei denen sich nur bei Enterprise einstellen lässt, dass gar nichts übertragen wird.

Mit dem "Anniversary Update" wird Microsoft diese Unterscheidungen noch häufiger einsetzen. Die bereits bekannten Bereiche, in denen das geschehen wird, betreffen größtenteils die Benutzeroberfläche und hier wiederum größtenteils die Anbindung an den Store und die Store-Apps. [Update 29.07.16 16:00: Auch der auf PCs ohne Touch-Display nutzlose Sperrbildschirm, den man wegklicken muss, um zum Anmeldeschirm zu kommen, lässt sich nicht mehr deaktivieren.] Nach dem Update wird es mit Pro-Ausgaben von Windows 10 nicht mehr möglich sein, das Verhalten zentral zu steuern. Und ganz nebenbei werden auch Umwege verschlossen, zum Beispiel die Manipulation per Registry-Schlüssel. Unternehmen, die hier weiterhin steuernd eingreifen wollen, benötigen dann die (teure) Enterprise-Edition des Betriebssystems.

Ärgerlich ist das vor allem für Admins in kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die in aller Regel die Pro-Edition einsetzen. Nur für diese gab es nämlich das am heutigen 29. Juli auslaufende Angebot zum kostenlosen Umstieg von Windows 7/8.1 auf Windows 10. Die Enterprise Edition ist nicht nur beim Kauf teurer, sondern sie erfordert laufende Zahlungen an Microsoft über die "Software Assurance" – und man durfte sie nicht kostenlos auf Windows 10 aktualisieren. In der Praxis setzen daher fast nur Konzerne mit Unternehmensverträgen die teure Enterprise Edition ein. Anscheinend zieht man in Redmond nun die Daumenschrauben etwas enger, um auch kleinere Firmen zu der teuersten Windows-Ausgabe zu drängen.

Einen Überblick über die betroffenen Einstellungen bietet ein Beitrag auf gHacks Tech News. (axv)

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