Menü

Untersuchung: Mangelhafte IT-Sicherheit bei Ärzten und Apotheken

Laut einer Studie sind Ärzte und Apotheken in Deutschland nachlässig beim Umgang mit Passwörtern. Zudem fehlt oft Verschlüsselung beim Datentransport.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 108 Beiträge
Untersuchung: Mängel in der IT-Sicherheit bei Ärzten und Apotheken

(Bild: www.pixabay.com)

Ärzte und Apotheken in Deutschland unternehmen nach einer Studie der Versicherungswirtschaft nicht genug zu Schutz von sensiblen Patientendaten. So seien Mitarbeiter in den Arztpraxen nachlässig beim Passwortschutz: Neun von zehn Ärzten verwenden leicht zu erratende Passwörter wie "Behandlung" oder den Namen des Arztes, wie eine Untersuchung zur IT-Sicherheit im Gesundheitssektor im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergab. In jeder zehnten Arztpraxis (9 Prozent) und 60 Prozent der Kliniken würden E-Mail- und Passwort-Kombinationen verwendet, die auch von Kriminellen im Darknet angeboten werden.

Mehr zu Passwörtern

mehr anzeigen

Die Untersuchung stellte dabei gleichzeitig fest, dass Ärzte und Apotheker die Risiken unterschätzen. In einer bundesweiten Stichprobe von 25 Arztpraxen jedenfalls wurden der Studie zufolge "erhebliche Schwächen bei der organisatorischen Sicherheit" entdeckt. "Von außen sind die untersuchten Praxen in der Regel gut abgesichert, doch bei Passwörtern schludern fast alle Ärzte", erklärte Michael Wiesner, Experte für Computersicherheit und Mitglied des Chaos Computer Clubs, der die Praxis-IT im Auftrag des GDV testete.

Viel zu oft finden sich verwendete Passwörter zu einem E-Mail-Konto im Darknet.

(Bild: GDV / Cysmo-Sicherheitscheck (www.gdv.de))

Gefährdet ist der Gesundheitssektor auch bei sogenannten Phishing-Attacken: Im Rahmen des Tests öffneten in jeder zweiten Praxis Mitarbeiter eine potenziell schadhafte Mail, 20 Prozent klickten sogar auf einen Link oder öffneten den Anhang.

Auf die für den digitalen Transport von Patientendaten eigentlich notwendige Verschlüsselung seien viele Praxen gar nicht vorbereitet. Von knapp 1200 untersuchten niedergelassenen Ärzten seien nur fünf (0,4 Prozent) hinsichtlich der unterstützten Verschlüsselungsmethoden auf dem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfohlenen Stand der Technik. Alle anderen hätten eine Verschlüsselung des Mail-Verkehrs auch mit veralteten und unsicheren Standards zugelassen. Wird eine solche Mail zwischen Sender und Empfänger abgefangen, könnte sie von Fremden gelesen werden. Bei den Kliniken verwendeten immerhin fünf Prozent den aktuellen BSI-Standard.

(tiw)