Unzulässige Werbung: Google entfernt 600 Apps aus Play Store

Mit neuen Techniken will der Konzern Android von disruptiver Werbung freihalten: Mehrere Hundert Apps flogen nun aus dem Play Store.

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(Bild: PixieMe/Shutterstock.com)

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Mit einer Säuberungsaktion hat Google nach eigenen Angaben knapp 600 Apps aus dem Play Store entfernt. Der Android-Hersteller wirft den Entwicklern vor, gegen die Werberichtlinien verstoßen zu haben, indem sie etwa großflächige Anzeigen ausspielten, wenn Nutzer die Apps gar nicht benutzten.

"Böswillige Entwickler finden immer neue Wege, missbräuchliche Werbung auszuspielen", schreibt Produkt-Manager Per Bjorke im Unternehmensblog. "Aber wir haben auch neue Techniken entwickelt, um uns gegen diesen Missbrauch zu schützen", fügt Bjorke hinzu.

Die Anzeigen, die von den betroffenen Apps ausgespielt wurden, seien nicht nur störend gewesen, sondern hätten mitunter die Funktionen der Android-Geräte beeinträchtigt. Anzeigen seien etwa vor die Telefon-App oder eine laufende Navigation platziert worden, sodass die Nutzer genötigt wurden zu klicken, um ihre Geräte weiterzunutzen. Welche App für die Unterbrechung verantwortlich ist, ist für die Nutzer nicht ersichtlich.

Diese Vorgehensweise schade zudem Werbekunden und den Publishern im Android-Markt. Deshalb wurden die betroffenen Apps nicht nur aus dem Play Store gelöscht, sondern die Entwickler auch von Googles eigenen Werbemarktplätzen AdMob und Ad Manager ausgeschlossen, teilt der Konzern mit.

Laut den Geschäftsbedingungen des Play Stores dürfen Nutzer nicht gezwungen werden, auf eine Werbeanzeige zu klicken oder personenbezogene Daten für Werbezwecke preiszugeben, um eine App in vollem Umfang zu nutzen. Da viele Werbeanbieter jedoch nur bei angeklickten Anzeigen Geld bezahlen, haben sich App-Anbieter in der Vergangenheit viele Tricks einfallen lassen, die Klickzahlen künstlich in die Höhe zu treiben.

Ende 2018 gab es auch Vorwürfe, dass Apps einiger Entwickler systematisch Werbeumsätze anderer Apps abschöpfen. Einem der damals betroffenen Hersteller Cheetah Mobile wurde zwar zwischenzeitlich erlaubt, weiter Apps zu publizieren. Wie Buzzfeed News berichtet, wurden nun aber die mehr als 40 Apps des chinesischen Entwicklers aus dem Play Store entfernt. Google habe inzwischen Werbekunden für die unzulässig zustande gekommenen Klicks entschädigt. (mho)