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Upstart ade: Linux-Distribution Ubuntu wechselt auf Systemd

Nicht nur Debian, sondern auch der Debian-Ableger Ubuntu soll in Zukunft auf Systemd setzen. Damit kehrt Canonical seinem eigens für Ubuntu entwickelten Init-System den Rücken.

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Die Linux-Distribution Ubuntu soll mittelfristig nicht mehr mit dem hauseigenen Init-System Upstart starten, sondern mit Hilfe von Systemd. Das erklärte Mark Shuttleworth in einem Blog-Eintrag mit dem Titel "Losing graciously" (zu deutsch etwa "Würdevoll verlieren") an. Die Ankündigung kommt nur drei Tage nachdem Debians Gremium zur Klärung von Streitfragen festgelegt hatte, die nächste Debian-Version solle standardmäßig Systemd einsetzen.

Shuttleworth Blog-Eintrag: "Würdevoll verlieren"

(Bild: markshuttleworth.com )

Zur weiteren Zukunft von Upstart macht Canonical-Gründer Shuttleworth keine Angaben. Das derzeit vorbereitete und in zwei Monaten erwartete Ubuntu 14.04 LTS soll wie geplant noch auf Upstart setzen, um das System in Gang zu bringen und Hintergrunddienste zu managen. Zudem sollen die laufenden Arbeiten fortgesetzt werden, den zu Systemd gehörenden Logind so zu verändern, dass er auch mit anderen Init-Systemen zusammenarbeitet. Systemd solle erst als Option für Entwickler in Ubuntu einfließen; der Wechsel auf Systemd als Standard-Init-System soll erst erfolgen, wenn es genauso gut arbeitet wie das derzeit genutzte Upstart.

Shuttleworth dankt dem Debian Technical Committee für seine Arbeit in der Debatte um das Standard-Init-System für Debian. Ferner gibt er an, das Gremium habe mit seiner Entscheidung die Frage nach dem Standard-Init-System für Debian und Ubuntu gleichermaßen getroffen. Prinzipiell hätte das auf Debian aufbauenden Ubuntu auch Upstart weiter nutzen können, während Debian standardmäßig auf Systemd setzt. Das hätte aber die Arbeitsaufwand vergrößert, wenn Ubuntus Paket-Betreuer Änderungen aus Debian-Paketen übernehmen; zudem hätte Ubuntu nicht von den Tests und den Fehlerkorrekturen profitiert, die es bei Debian rund um Systemd geben dürfte.

Mit Debian und Ubuntu schwenken somit zwei der letzten großen Linux-Distributionen auf Systemd ein, denn Fedora, Arch Linux, OpenSuse oder Mageia setzen schon seit einer Weile auf Systemd; Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und Suse Linux Enterprise (SLE) steigen mit den nächsten größeren Überarbeitungen um, die noch in diesem Jahr erscheinen dürften. Als letzte große Upstart-Bastion verbleibt somit das auf Gentoo Linux aufbauende Chrome OS von Google. (thl)