Menü

Urheberrecht: Google bekommt täglich eine Million Löschaufforderungen

Seit drei Jahren bietet Google ein Webformular für Urheberrechtsinhaber an, die durch Fundstellen im Netz ihre Rechte verletzt sehen. Die Löschanfragen sind seitdem stark angestiegen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 62 Beiträge
Von

Google hat im vergangenen Monat über 30 Millionen Aufforderungen erhalten, Links wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen aus seinem Index zu nehmen. Das sind im Durchschnitt eine Million täglich, wie aus dem jüngsten Transparenzbericht des Unternehmens zu Urheberrechtsverstößen hervorgeht. Dabei wurden darin 95 Prozent der Ersuchen aufgeführt, berücksichtigt wurden nicht Ersuchen für andere Produkte als die Google-Suche und solche, die nicht über das Webformular eingegangen sind, sondern per Brief oder Fax.

Die 30.143.926 URL, die gelöscht werden sollen, betrafen 47.301 Domains. Am häufigsten genannt waren listengo.com, 4shared.com, rapidgator.net, mp3ler.biz und genteflow.com. Insgesamt, also für den gesamten Zeitraum seit Juli 2011, als das Webformular online, betrafen die meisten Anfragen die Domain filestube.com. Die Löschaufforderungen stammten im vorigen Monat von 4547 Urheberrechtsinhabern, darunter am meisten von Unternehmern der britischen und US-amerikanischen Musikindustrie und der Pornoindustrie.

(Bild: Google)

Die wöchentliche Anzahl der URL, die aus dem Suchindex genommen werden sollten, ist in den vergangenen drei Jahren stark angestiegen. Waren es zu Anfang noch knapp 57.000, waren es in der Woche bis zum 11. August 2014 gut 7,8 Millionen.

Dazu, wie viele URL Google gelöscht hat, liegen keine aktuellen Zahlen vor. In den FAQ zum Transparenzbericht schreibt das Unternehmen: "Wir haben 97 Prozent der Suchergebnisse gelöscht, die in Ersuchen genannt wurden, die wir zwischen Juli und Dezember 2011 erhalten haben." Die Links, die Bürger aufgrund des vom Europäischen Gerichtshofs fundierten "Recht auf Vergessen" gelöscht haben wollen, berücksichtigt Google in diesem Transparenzbericht nicht. (anw)