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Urknall: Erster direkter Beweis für kosmologische Inflation

Offenbar ist es gelungen, erstmals direkte Beweise für die kurzzeitige überlichtschnelle Expansion des Universums nach dem Urknall zu finden. Den Nachweis für diese sogenannte Inflation fanden Forscher in der kosmischen Hintergrundstrahlung.

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Astronomen ist es mithilfe von Radioteleskopen am Südpol offenbar gelungen, erstmals direkte Beweise für die sogenannte kosmologische Inflation nachzuweisen. Dabei handelt es sich um eine überlichtschnelle Expansion des Universums in einem äußerst kurzen Zeitraum direkt nach dem Urknall, die in Bruchteilen einer Sekunde stattfand.

Die bislang nur in der Theorie beschriebene Inflation erklärt einige Probleme, die sich aus der Beschreibung des Urknalls ergeben hatten, etwa die große Gleichförmigkeit unseres Universums. Nun konnte sie experimentell bestätigt und dabei erstmals auch Bilder sogenannter Gravitationswellen gemacht werden. Die Ergebnisse bestätigen außerdem die enge Verbindung zwischen der Quantenmechanik und der Relativitätstheorie.

Die beobachtete Polarisierung der Hintergrundstrahlung ist stärker, als erwartet.

(Bild: BICEP2 Collaboration)

Wie die Wissenschaftler des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics nun erklären, haben sie die Spuren mithilfe des am Südpol installierten Instruments BICEP2 gefunden. Untersucht hatten sie die kosmische Hintergrundstrahlung und zwar auf deren Polarisation. Bezüglich der sogenannten B-Moden sei nun ein deutlich höherer Wert gefunden worden, als man erwartet habe. "Gesucht wurde nach einer Nadel im Heuhaufen, gefunden haben wir aber ein Brecheisen," erklärt mit Clem Pryke einer der Forscher. Um Fehler auszuschließen, habe man die Ergebnisse drei Jahre lang überprüft.

Den Forschern zufolge unterstreicht die Entdeckung nicht nur, dass die Inflation tatsächlich stattgefunden hat, sondern kann auch erklären, wann sie geschah und wie stark sie war. Aus der Wissenschaft gibt es denn auch schon die ersten Glückwünsche an die Forscher, etwa vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik. Gegenüber Zeit Online erklärte der Gravitationsphysiker Bernard Schutz, dass diese Arbeit eines Nobelpreises würdig sei, sollte sie unabhängig bestätigt werden.

Das Instrument BICEP2 am Südpol

(Bild: Steffen Richter (Harvard University))

(mho)

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