Ursache des Skype-Ausfalls bekannt

Der Anbieter von Videotelefonie-Software Skype macht eine Kombination aus einem Software-Fehler und einer daraus resultierenden Serverüberlastung für den Ausfall des Dienstes kurz vor Weihnachten verantwortlich.

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Von
  • André Kramer

Der Anbieter von Videotelefonie-Software Skype macht eine Kombination aus einem Software-Fehler und einer daraus resultierenden Serverüberlastung für den Skype-Ausfall kurz vor Weihnachten verantwortlich. Zwischen dem 22. und 23. Dezember konnten sich Nutzer zeitweise nicht im Skype-Netz anmelden.

Im firmeneigenen Blog erklärte Skype-CIO Lars Rabbe, wie es zu dem Ausfall kam: Die beiden Ursachen hätten gemeinsam eine Kaskade von Problemen ausgelöst, die einen Großteil des Netzes außer Kraft gesetzt hätte.

Zu Beginn waren einige der Server überlastet, die mit dem Vermitteln von Offline-Textmitteilungen betraut sind. Das führte zu verzögerter Vermittlung der Nachrichten auf Windows-Rechner. Aufgrund eines Software-Fehlers konnte die Windows-Version Skype 5.0.0.152 die verzögert vermittelten Nachrichten nicht verarbeiten und stürzte daraufhin ab. Versionen für den Mac und mobile Geräte sowie ältere Windows-Versionen waren nicht betroffen. Zu dem Zeitpunkt setzte aber ungefähr die Hälfte aller Skype-Nutzer die fehlerhafte Version ein. 40 Prozent dieser Anwendungen quittierte laut Skype den Dienst.

Sogenannte Supernodes unterstützen das P2P-Netz bei der Verbindungsaufnahme. In Zusammenhang mit der fehlerhaften Windows-Version fielen 25 bis 30 Prozent der Supernodes aus, was die übrigen kurzerhand überlastete. Hinzu kam, dass die betroffenen Windows-Nutzer unterdessen nahezu gleichzeitig versuchten, sich wieder am Netz anzumelden.

Nach etwa 24 Stunden setzte das Skype-Team Hunderte von Skype-Instanzen als temporäre Supernodes in Betrieb und nahm den Dienst damit allmählich wieder auf. Am Abend des 23.12. hatte der Anbieter die Lage wieder weitgehend unter Kontrolle und konnte zu Weihnachten die temporären Supernodes wieder aus dem Verkehr ziehen.

Damit so ein Fall nicht noch einmal vorkommt, will Skype die Update-Regeln überdenken und eine automatische Aktualisierung erwägen. Beispielsweise steht bereits eine neue Skype-Version ohne den verantwortlichen Fehler online, wird aber nicht automatisch an die Nutzer durchgereicht. (akr)