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Usenet-Keimzelle geht vom Netz

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Mehr als 30 Jahre nach dem ersten Start eines Usenet-Servers stellt die Duke-University ihre Usenet-Dienste am heutigen Donnerstag ein, gab die US-Uni in einer Mitteilung bekannt. Im Jahr 1979 hatten die Duke-Absolventen Tom Truscott und Jim Ellis in Zusammenarbeit mit Steve Bellovin von der University of North Carolina zwei Unix-Server mit einem einfachen Programm verbunden, das über eine Modemverbindung Nachrichten und Daten per UUCP austauscht, und so das Usenet (User Network) aus der Taufe gehoben.

Das erste dort gestartete Diskussionsforum nannte sich net.general. In den Jahrzehnten danach wuchs das Usenet zu einem internationalen Diskussionsforum, das fast beliebige Themen behandelte. Gleichzeitig war es die Keimzelle für zahlreiche soziale Internet-Phänomene wie Emoticons, Akronyme und Meme. Obwohl viele nachfolgende Entwicklungen wie etwa E-Mail, Twitter oder Weblogs das Usenet in der Zwischenzeit zurückdrängten, wird es weiter genutzt. Für Tom Truscott, inzwischen Software-Entwickler, gehört das Usenet immer noch zum täglichen Leben, aber "heute ist es nur noch eine unter vielen Möglichkeiten".

Die Usenet-Erben RSS, Twitter und Facebook haben zwar die Bedienung deutlich verbessert, die grundlegenden Probleme seien jedoch die gleichen geblieben, meint der emeritierte Informatik-Professor Dietolf Ramm: Man muss mit dem Informationsfluss Schritt halten und diese Fülle sortieren sowie priorisieren. Angesicht der steigenden Kosten und der mittlerweile geringen Nutzung habe man sich nun zum Abschalten des Usenet-Servers entschlossen. Die Duke-University folgt damit dem Beispiel vieler Provider und Firmen wie etwa Microsoft, das ab Juni seine Usenet-Foren deaktivieren wird. Die Usenet-Archive lassen sich weiterhin über Google Groups per Browser abrufen. (rek)

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