Menü

User-Proteste und Yahoo-Verteidigung wegen Filtern bei Flickr

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 264 Beiträge

Der Internet-Konzern Yahoo hat die Entscheidung verteidigt, in der deutschen Version der Foto-Plattform und Social-Networking-Site Flickr Filter einzusetzen und zahlreiche zum Beispiel erotische Aufnahmen zu sperren. Man habe mit den Einschränkungen Vorgaben der deutschen Gesetzgebung erfüllen wollen, teilte Yahoo Deutschland als Reaktion auf Zensur-Vorwürfe von Flickr-Nutzern mit.

In der Erklärung, die Yahoo Deutschland auch gegenüber heise online abgab, heißt es, die Entscheidung, Flickr hierzulande anders aufzusetzen als in anderen Ländern, habe "in keinster Weise" etwas mit Zensur zu tun. Man habe die deutsche Gesetzgebung berücksichtigen und entsprechend umsetzen müssen: "Deutschland hat in Bezug auf Altersverifizierung eine strengere Gesetzgebung als die meisten Nachbarländer und damit einhergehend auch ein härteres Strafmaß. Aus diesem Grund können die Nutzer von Flickr in Deutschland derzeit nur die Inhalte sehen, die als 'sicher' eingestuft sind. Wir sind gerade aktiv dabei, verschiedene Ansätze und Lösungen zu prüfen, die die Nutzererfahrung verbessern, gleichzeitig jedoch die gesetzlichen Bestimmungen erfüllen", hieß es von Yahoo Deutschland.

Nicht nur deutsche Flickr-Nutzer reagierten erbost und erzürnt auf die Filter in der erst diese Woche freigeschalteten deutschen Version von Flickr. In Blogs und Webforen rufen sie zu Protesten und Boykott auf. So ist beispielsweise auf der Plattform selbst eine Gruppe "Against Censorship at Flickr" gegründet worden, in dem die User ihrem Unmut Ausdruck geben. Hier haben User auch einen Pool mit Bilder angelegt, mit denen gegen die Maßnahmen von Yahoo protestiert werden soll. Weitere Gruppen wie "Keine Zensur!!!" oder "No Flickr Censorship!" wenden sich ebenfalls direkt gegen die Filter bei Flickr. Einzelne Protestwellen mit eigenen Fotos laufen ebenfalls durch den Dienst.

Offensichtlich wurden Flickr und Yahoo vollständig von der heftigen Reaktion der User auf die Filter überrascht. Von Flickr-Mitarbeitern gibt es als Antwort auf die Proteste derzeit nur das Statement, man habe nichts Neues zu der Reaktion beizutragen, man entschuldige sich aber dafür, dass dies alles überhaupt passieren konnte. Es gebe wohl kaum etwas auf der Welt, was er weniger gern täte, als darüber zu entscheiden, was erwachsene Deutsche ansehen könnten und was nicht, meinte ein Flickr-Mitarbeiter. Man lese alle Statements mit Protesten und Reaktionen sehr genau, könne aber derzeit nichts Substanzielles ankündigen. Aber das ganze Flickr-Team diskutiere, um mögliche Lösungen zu finden. (jk)

Anzeige
Anzeige