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User-Tracking in Ubuntu?

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Ein Bericht über ein neues Programmpaket canonical-census in den Ubuntu-Repositories hat Befürchtungen ausgelöst, Canonical wolle eine Art Benutzer-Tracking einführen. Die für ihre zahllosen Benchmarks bekannte Website Phoronix hatte berichtet, die Software melde sich 1-mal täglich bei einem Canonical-Server und übermittle dabei den in der DMI-Tabelle im BIOS gespeicherten Rechnernamen, den Distributionskanal, die Ubuntu-Version sowie die Anzahl der bereits erfolgten Meldungen – "zumindest für jetzt", wie Autor Michael Larabel anmerkt.

Mittlerweile hat Canonical-Entwickler Rick Spencer in einem Blog-Eintrag etwas mehr Licht in den Sinn dieses Paketes gebracht. Die Software sei auf Wunsch eines (nicht genannten) Hardware-Herstellers entwickelt worden, der Rechner mit vorinstalliertem Ubuntu ausliefert. Bislang plane auch nur dieser eine OEM-Hersteller, das Paket zukünftig einzusetzen. Die Software sei so gestaltet, dass es nicht möglich ist, einzelne User (oder auch nur Rechner) zu unterscheiden; sie liefere lediglich einen Überblick, auf wie vielen Rechnern eines Typs das vorinstallierte Ubuntu tatsächlich genutzt werde.

Ein Einsatz bei Ubuntu-Versionen, die Anwender selbst installieren, sei derzeit nicht geplant – die Datei /var/lib/ubuntu_dist_channel, die den Distributionskanal enthält, existiert auf solchen Installationen gar nicht. Wer sich für die Software interessiert: Das Programmpaket canonical-census findet sich in den Repositories für die aktuelle Ubunu-Version 10.04. Das tägliche Melden erledigt ein cron-Job, der als /etc/cron.daily/send-census bei der Installation des Pakets eingerichtet wird. (odi)

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