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VDE warnt: Solar-Anlagen nicht einfach in die Steckdose stöpseln

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Der VDE warnt vor im Handel erhältlichen Fotovoltaik-Sets, die den aus Sonnenlicht erzeugten Strom über einen normalen Stecker in das Hausnetz einspeisen. Einige Händler verkaufen komplette Sets, die sich sehr leicht über eine normale Schutzkontaktsteckdose mit dem 230-Volt-Wechselspannungsnetz verbinden lassen. Speziell ausgerüstete Wechselrichter sollen bei diesen Sets dafür sorgen, dass man einerseits bei Sonnenschein Stromkosten einspart und andererseits keine Probleme mit dem Hausnetz auftreten.

Doch der VDE weist darauf hin, dass diese Art der Energie-Einspeisung via Schukosteckdose Gefahren birgt und in Deutschland nicht zulässig ist – ganz abgesehen von den Vorschriften des jeweiligen Energieversorgers. Verschiedene Normen verbieten demnach den Anschluss eines Energieerzeugers an einen Endstromkreis (mit Ausnahme von USVs) beziehungsweise verlangen, dass "Stromerzeugungseinrichtungen auf der Versorgungsseite aller Schutzeinrichtungen der Endstromkreise angeschlossen werden". Nur dann greifen etwa Leitungsschutzschalter (Sicherungen) oder Fehlerstromschutzschalter wie vorgesehen.

Solarstromerzeuger müssen also fachgerecht und fest installiert werden. VDE-AR-N 4105 schreibt außerdem eine Schutzvorrichtung vor, die einerseits die Solaranlage und andererseits das Stromnetz schützt. Ein solcher Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz) kostet einige hundert Euro. Schließlich wird der jeweilige Energieversorger in seinem Liefervertrag Bedingungen festlegen, die man beim "hemdsärmeligen" Anschluss einer Solarstromanlage möglicherweise verletzt.

Ob und wann sich der Betrieb einer kompakten Anlage amortisiert, sollte man vor dem Kauf ohnehin genau durchrechnen. Dabei kommt es sehr stark auf die Ausrichtung und den geografischen Standort an, also die mittlere Sonneneinstrahlung. Dazu finden sich im Web zahlreiche Kalkulatoren. Einige Kompaktanlagen rechnen sich demnach nur in sehr günstigen deutschen Lagen innerhalb von weniger als zehn Jahren; für längere Fristen ist es möglicherweise schwierig, eine Garantie auf Funktion oder wenigsten Reparaturen zu erhalten. Auch der Umwelt schadet es, wenn schlecht gewartete oder minderwertige Anlagen zusätzlichen Elektroschrott fabrizieren, statt fossile Energieträger einzusparen. (ciw)

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