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VDSL-Resale kommt bei Vodafone und 1&1

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Die Telekom hat sich mit Wettbewerbern auf Konditionen für eine VDSL-Vermarktung verständigt. Ab September werde Vodafone VDSL-Anschlüsse auf Basis eines Bitstromzugangs anbieten, erklärte Vodafone-Chef Friedrich Joussen am heutigen Mittwoch in Düsseldorf. Das gilt offenbar auch für andere Wettbewerber. Wie aus Branchenkreisen zu erfahren war, dürften weitere Telekom-Konkurrenten bald nachziehen. Der DSL-Anbieter 1&1 will demnach in Kürze den erfolgreichen Abschluss seiner Gespräche mit der Telekom ankündigen und ab September ebenfalls VDSL anbieten. Auch Hansenet und Telefónica O2 standen mit der Telekom in Verhandlungen über den VDSL-Zugang.

Vodafone zahle für jeden Anschluss weniger als 30 Euro an die Telekom, sagte Joussen laut dpa-Bericht. Genauere Angaben zu den Konditionen machten Vodafone oder die Telekom nicht. Bis zuletzt hatten die Unternehmen über die Kostenfrage verhandelt. Der Preis, den Wettbewerber für einen VDSL-Resale-Anschluss an die Telekom zahlen, soll nach Angaben von Finanzchef Timotheus Höttges mit steigender Kundenzahl und wachsender Auslastung sinken. Zuletzt war in verschiedenen Medienberichten von 28 Euro die Rede. Höttges hatte erklärt, der Preis müsse sich in den "hohen Zwanzigern" bewegen.

Die Telekom hatte sich lange gegen eine Öffnung ihres VDSL-Netzes für Wettbewerber gesträubt. Zuletzt sah sich der Ex-Monopolist allerdings zu einem Kurswechsel veranlasst. Denn die auf der CeBIT angekündigten Pläne der Bonner, VDSL künftig als reines Zugangsprodukt ohne IPTV-Komponente anzubieten, dürften regulatorische Konsequenzen haben. So hatte Bundesnetzagentur mehrfach durchblicken lassen, ein reiner VDSL-Zugang könnte der Vorabregulierung unterstehen.

Vodafone, der inzwischen mit der Integration der Arcor-Gruppe ein Komplettanbieter geworden ist und als größter Herausforderer der Telekom gilt, sieht die Einigung mit einem lachenden und weinenden Auge: Die Vodafone-Kunden profitieren und können in den Ausbaugebieten der Telekom nun auch Zugänge mit 50 MBit/s erhalten. Für den Wettbewerb der Infrastrukturen sei der Wiederverkauf jedoch schädlich, betonte Joussen. Das Monopol der Deutschen Telekom werde hierdurch nur zementiert. (vbr)