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VG Wort will Leistungsschutzrecht-Gelder eintreiben

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Bisher war unklar, wie die deutschen Presseverlage Vergütungen eintreiben wollen, die ihnen nach dem neuen Leistungsschutzrecht zustehen. Große Zeitungsverlage hatten stets betont, man setze auf eine kollektive Rechtewahrnehmung, bei der eine Verwertungsgesellschaft nach Art der GEMA Gelder einsammeln und ausschütten soll. Dieser Partner scheint nun gefunden zu sein. Die Verwertungsgesellschaft VG Wort will Verlagen offenbar anbieten, stellvertretend "das neue Recht effektiv durchzusetzen".

Wie die VG Wort am heutigen Donnerstag mitteilte, sollen Ende November auf einer Sondersitzung entsprechende Beschlüsse gefasst werden. Man wolle "den Wahrnehmungsvertrag dahingehend erweitern, dass – falls von den Rechteinhabern gewünscht – in Zukunft das Leistungsschutzrecht der Presseverleger und der Beteiligungsanspruch der Urheber durch die VG Wort wahrgenommen werden können", hieß es. Die 1958 gegründete VG Wort verwaltet nach eigenen Angaben treuhänderisch die Urheberrechte für mehr als 400.000 Autoren und über 10.000 Verlage in Deutschland.

Strittig ist weiterhin, für welche geschützten Leistungen die VG Wort kassieren soll. Das am 1. August in Kraft getretene Leistungsschutzrecht definiert diese nicht eindeutig. Presseverleger haben der Regelung gemäß das ausschließliche Recht, ihre "Presseerzeugnise oder Teile hiervon zu gewerblichen Zwecken öffentlich zugänglich zu machen, es sei denn, es handelt sich um einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte." Nach vielen Änderungen am ursprünglichen Gesetzentwurf sind diesem verabschiedeten Text zufolge höchstwahrscheinlich Text-Snippets, also Anrisse, wie sie Google News und andere News-Aggregatoren zeigen, nicht geschützt. (hob)

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