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VIA gründet in Indien ein Innovationszentrum für robuste Computer

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Der taiwanische Prozessor- und Chipsatz-Hersteller VIA Technologies will in Indien robuste, sparsame und preiswerte Computer entwickeln. Solche Geräte sollen sich in Gegenden mit wackeliger Energieversorgung mehrere Stunden lang aus Autobatterien versorgen lassen und unempfindlich gegen Staub und Schmutz sein.

Im Rahmen der PC-1-Initiative will VIA Geräte für die "nächste Milliarde Menschen" entwickeln und die nötigen Bauteile verkaufen. In Indien ist bereits der "10.000-Rupien-PC" mit VIA- oder AMD-Prozessoren bei der Firma HCL Infosystems zu haben. Außerdem gibt es dort auch den Amida Simputer und sowohl AMD als auch Intel investieren dort kräftig.

An Initiativen zur Versorgung armer Menschen mit billigen Rechnern herrscht zurzeit kein Mangel, großes Medienecho rief zuletzt der 100-Dollar-Laptop hervor. Das Fonly-Institut hat den Pedal-PC bereits vor einigen Jahren vorgestellt, die Initiative BytesForAll ist ebenfalls schon länger im Rennen. Projekte wie Computers for Africa, Digitale Brücke, WCE oder Computer-aid.org sammeln ausgrangierte Rechner und verschicken sie an Arme. Open-Source-Initiativen wie Ubuntu wollen für die nötige Software sorgen.

Kritische Stimmen mahnen mittlerweile, dass sich die eigentlichen Probleme unterentwickelter Regionen nicht alleine mit Hard- oder Software lösen ließen. Zurzeit würden eben die Mittel für "digitale Entwicklungshilfe" stärker fließen und man solle diese auch unbedingt nutzen. Aber man müsse vor allem die Betroffenen vor Ort einbinden, ihre spezifischen Wünsche und Voraussetzungen berücksichtigen und die Ziele der Geldgeber hinterfragen. Teilweise scheitern Projekte schon an Sprachproblemen, oder bestimmte Bevölkerungsgruppen (etwa niedere Kasten in Indien) kommen an die Computer aus gesellschaftlichen Gründen erst gar nicht heran. Die sozialen Auswirkungen des Computer-Einsatzes in Entwicklungsländern erforscht beispielsweise eine Arbeitsgruppe der IFIP. (ciw)