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VR-Headset Vive Focus mit 6DOF-Controllern im Hands-on: Bald auch in Deutschland

HTC hat das erste autarke VR-Headset mit im Raum getrackten Handcontrollern im Angebot. Für 700 Euro kommt die Vive Focus nun auch nach Deutschland.

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VR-Headset Vive Focus mit 6DOF-Controllern im Hands-on: Ein wenig Latenz, aber sonst top

Will man die im Raum getrackten Handcontroller nutzen, muss man ein spezielles Gestell an die Vive Focus anbauen.

(Bild: c't / Jan-Keno Janssen)

Autarke Virtual-Reality-Headsets reichen für viele Anwendungen völlig aus – und sind definitiv deutlich praktischer als kabelgebundene PC-Geräte. Bislang gibt es allerdings keine autarken und kabellosen Headsets, die die gleichen Funktionen wie PC-Brillen bieten: Geräte wie Oculus Go und Lenovo Mirage erkennen zum Beispiel Handbewegungen nur in drei Bewegungsachsen (3DOF) statt wie PC-Headsets in sechs (6DOF).

HTC will das nun ändern: Für sein autarkes VR-Headset Vive Focus hat das Unternehmen vollständig im Raum getrackte Handcontroller vorgestellt; Nutzer können also mit beiden Händen realistisch in die VR hineingreifen. Wir konnten bereits einen Prototypen ausprobieren.

Das Tracking im von uns ausprobierten Prototypen funktionierte bereits sehr zuverlässig. Lediglich eine ganz leichte Verzögerung war wahrzunehmen.

Anders als beispielsweise bei den Windows-Mixed-Reality-Headsets oder bei Lenovo Mirage kommt hier kein kamerabasiertes Tracking zum Einsatz: Das Vive-Focus-Zubehörteil nutzt IMU-Sensoren (Gyroskop und Beschleunigungssensor) plus Ultraschall zur Positionserkennung. Damit das System die Controller erkennen kann, muss ein spezieller Rahmen an das Headset angebaut werden. Der macht die Brille optisch ein wenig klobiger, in Sachen Tragekomfort ist uns das Gestell beim Testlauf nicht negativ aufgefallen.

Laut HTC liegt der Trackingbereich horizontal bei 180 Grad und vertikal bei 140 Grad. Eine akkurate Positionsbestimmung der Controller sei in bis zu einem Meter Entfernung vom Headset möglich. In unserem Probelauf funktionierten die Handcontroller einwandfrei. Hielten wir sie zuerst extraweit außerhalb des Sichtbereichs hinters Headset und zogen sie dann schnell wieder vors Gesicht, tauchten sie sofort im Sichtfeld auf. Das Tracking war darüber hinaus jederzeit stabil – kein Vergleich zum AR-System Magic Leap One mit magnetischem Tracking, bei dem der Handcontroller manchmal einfach einfriert.

Achtet man genau auf die Bewegungen des virtuellen Vive-Focus-Controllers in der VR, fällt allerdings eine ganz leichte Verzögerung auf. Das störte in unserem Testlauf nicht sonderlich, für die meisten Anwendungen sollte das Tracking gut genug sein; nur eben nicht ganz so latenzfrei wie bei PC-Headsets.

c't hat die Vive Focus (ohne Ultraschall-Modul) bereits im Mai getestet, damals war das Headset jedoch nur in Asien erhältlich. Nun hat HTC angekündigt, das Gerät auch in Europa auf den Markt zu bringen, die Preisempfehlung liegt bei 700 Euro. Mitgeliefert wird lediglich ein einzelner 3DOF-Handcontroller, das 6DOF-Controllerpaar muss man extra kaufen. Wie teuer das Set sein wird und wann es in den Handel kommt, ist bislang noch unklar. Statt (auch) auf Computerspieler wie bei der PC-gebundenen Vive setzt HTC bei der autarken Vive Focus vor allem auf Unternehmen, die das Headset zum Beispiel für Schulungsanwendungen oder virtuelle Meetings verwenden sollen. (jkj)

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