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VR-Headsets Pimax 5K+ und BE ausprobiert: Deutlich besser als die Prototypen

Bislang waren wir nicht sonderlich angetan von den Pimax-VR-Headsets. Was die Chinesen aber dieses Jahr auf der CES zeigten, war durchaus beeindruckend.

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Pimax 5K+ und BE ausprobiert: Langsam wird das VR-Headset zur echten Vive- und Oculus-Konkurrenz

Inzwischen konkurrenzfähig: Die nahezu identisch aussehenden Headsets Pimax 5K+ und 5K BE.

(Bild: heise online / jkj)

Seit 2017 wirft der chinesische VR-Hersteller Pimax auf der CES mit Superlativen ("8K-Auflösung! Sichtfeld von über 200 Grad!") um sich, aber jeder unserer bisherigen Probeläufe enttäuschte uns. 2017 zog das Bild fiese Schlieren, 2018 funktionierte das Tracking nicht richtig – und vor allem konnte man die Brille trotz ständiger Beteuerungen (kommt bald!) nicht kaufen.

Große Erwartungen hatten wir deshalb nicht, als wir die aktuelle Brillengeneration auf der CES 2019 am Pimax-Stand ausprobierten. Im Angebot hatte Pimax die 5K-BE-Version ("Business Edition") mit OLED-Bildschirm sowie die 5K+-Variant mit LC-Display. Sofort nach dem Aufsetzen war klar: Im vergangenen Jahr hat sich erstaunlich viel getan. Am Tracking gibt es nichts mehr auszusetzen, Verzögerungen oder Ruckler waren nicht zu spüren. Auch die fiese Schlierenbildung der älteren Prototypen ist passé, stattdessen boten beide Modelle auch bei schnellen Kopfbewegungen gute Bildqualität mit sehr geringem Fliegengitter-Effekt.

OLED-Version zeigt satteres Schwarz als LCD-Version

Die OLED-Variante zeigt kräftige Farben und sattes Schwarz, die LCD-Version ist etwas entsättigter und hat etwas graueres Schwarz, zeigt aber dennoch ein angenehmes Bild. Die berüchtigten "God-Rays", also Weißeinstrahlungen bei hellen Bildern auf dunklem Grund, wie sie Oculus Rift und HTC Vive (Pro) zeigen, traten bei unseren Testläufen mit den Pimax-Brillen nicht auf.

Die Pimax-Headsets haben ein deutlich breiteres Sichtfeld als Rift und Co., der Hersteller gibt 200 Grad an.

(Bild: jkj / heise online)

Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal ist aber das beeindruckend breite Sichtfeld – und ohne die bisherigen Bildprobleme beeindruckt es nun auch endlich in der Praxis. Zwar konnten wir immer noch bei Kopfbewegungen ein "Wobbeln" im peripheren Sichtfeld wahrnehmen – aber auch das ist im Vergleich zu bisherigen Prototypen deutlich besser geworden.

Zustande kommen die Verzerrungen offenbar durch die angewinkelt eingebauten Displays: Je nachdem, wo man durch die Linse schaut, ist der Bildschirm unterschiedlich weit vom Auge entfernt. Das Phänomen erinnert ein bisschen an Wassertropfen in einer Tauchmaske. Für Menschen, die sich am engen Sichtfeld von PSVR, Vive, Rift und Co. stören, dürften die Verzerrungen aber das kleinere Übel sein. Wie so oft gilt auch hier: Besser vor dem Kauf ausprobieren.

Dicke Grafikkarte erforderlich

Im Klaren sollte man sich auf alle Fälle darüber sein, dass das weite Pimax-Sichtfeld und die vergleichsweise hohe Auflösung mehr Grafikkarten-Power erfordert als Oculus und Co. So muss die Grafikkarte bei der Rift pro Auge lediglich 1080 × 1200 Bildpunkte berechnen, bei der Vive Pro sind es 1440 × 1600 – beide Pimax-5K-Headsets brauchen dagegen 2560 × 1440 Bildpunkte. Eine Grafikkarte vom Schlage einer GTX 1080 TI sollte es deshalb schon sein.

Billig sind die Pimax-Headsets nicht: Für die 5K+ (LCD) sind 700 US-Dollar angesetzt, für die 5K BE (OLED) rund 1000 Dollar. Hand-Controller und Lighthouse-Tracker werden nicht mitgeliefert. Pimax arbeitet zwar an eigenen Geräten, zurzeit muss man sich jedoch mit Vive-Controller- und Lighthouses behelfen, die mit mehreren hundert Euro zu Buche schlagen.

Die unterschiedlichen Entwicklungsschritte der Pimax-Handcontroller. (Quelle: Pimax)

Nicht nur in Sachen Hardware, auch bei der Software orientiert sich Pimax an der Vive: Die Headsets sind SteamVR-kompatibel. Obendrein funktionieren sie aber auch mit Oculus-Software. Die Brillen sollen ab dem 15. Februar an Vorbesteller ausgeliefert werden, ab dem 15. März an alle anderen. (jkj)

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