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VW-Elektroautos: Volkswagen investiert 700 Millionen Euro in US-Werk

VW will massiv in Elektromobilität und autonomes Fahren investieren - und betrachtet dies auch als massgeblichg für Wachstum in den USA.

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Volkswagen steckt für den Bau von Elektroautos rund 700 Millionen Euro in sein US-Werk in Chattanooga. 2022 soll dort mit dem Stadtgeländewagen ID Crozz das erste vollelektrische Auto auf Basis des VW-Elektrobaukastens vom Band rollen, wie Konzernchef Herbert Diess laut dpa in Detroit mitteilte.

"Die Entscheidung, unsere US-Fertigung für Elektrofahrzeuge in Chattanooga anzusiedeln, ist ein wesentlicher Bestandteil der Wachstumsstrategie von Volkswagen in Nordamerika", sagte der Manager. "Wir kämpfen um Marktanteile in den USA."

VW I.D. Crozz auf der IAA 2017 (5 Bilder)

(Bild: heise online/spo)

Lange hatten die Wolfsburger offengelassen, ob sie das bestehende Werk im US-Bundesstaat Tennessee auf Elektrofahrzeuge umrüsten. Chattanooga gilt als vergleichsweise gering ausgelastet. Auch der E-Bulli ID Buzz soll in der Fabrik künftig gebaut werden.

I.D. Buzz (13 Bilder)

Die äußeren Abmessungen des Buzz entsprechen denen des aktuellen T6.

Weltweit entstehen in den nächsten Jahren acht Werke in Europa, Nordamerika und China, die den Elektrobaukasten von Volkswagen für den Bau von E-Autos nutzen. Durch den Ausbau von Chattanooga entstünden bis zu 1000 direkte Arbeitsplätze sowie weitere Jobs bei Zulieferern in der Region, hieß es von VW. US-Präsident Donald Trump setzt europäische Autobauer derzeit mit der Androhung von Sonderzöllen auf europäische Importfahrzeuge unter Druck.

Insgesamt will VW seine Investitionen in Elektromobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung in den kommenden fünf Jahren auf knapp 44 Milliarden Euro aufstocken. Ab Ende 2019 will das Unternehmen die Produktion von E-Autos hochfahren.

Dann soll das erste rein elektrische Modell der ID-Familie in Zwickau vom Band laufen. Auch an den VW-Standorten Hannover und Emden sollen künftig E-Autos gebaut werden. Bis 2025 wollen die Marken des Konzerns zunächst 50 neue vollelektrische Modelle an den Start bringen. Allerdings bedeutet dies auch den Abbau von Arbeitsplätzen unter anderem in Hannover und Emden.

Volkswagen I.D. (6 Bilder)

Volkswagen: Ab jetzt mehr als nur "Das Auto"

Mit dem Wandel zur Elektromobilität sind in der ganze Industrie, die bundesweit mehr als 800.000 Beschäftigten hat, Arbeitsplätze gefährdet. Branchenexperte Stefan Bratzel geht von einem Rückgang der Beschäftigung um 15 Prozent bis 2030 aus: Je weniger Verbrenner gebaut würden, umso stärker müsse das nötige Arbeitsvolumen sinken. Bratzel erwartet "einige Wehen" auf dem Weg – zumal die Chance der gut bezahlten Beschäftigten, einen gleichwertigen Job zu finden, nicht groß sei. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird der Übergang zur E-Mobilität langfristig rund 114.000 Jobs kosten. Die Prognose geht von einem Marktanteil der E-Autos von 23 Prozent bis zum Jahr 2035 aus. (jk)

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