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VW: Paketlieferungen in den Kofferraum kommen ab 2019

Sich Pakete in den Kofferraum liefern lassen – das will VW ab nächstem Jahr bei ausgewählten Fahrzeugmodellen anbieten.

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VW: Paketlieferungen in den Kofferraum ab 2019 möglich

(Bild: Volkswagen)

Autohersteller VW will seinen Kunden ab 2019 ermöglichen, sich Pakete ins Auto liefern zu lassen. Gemeinsam mit DHL habe er die Testphase des "We Deliver“ getauften Dienstes in Berlin abgeschlossen, nächstes Jahr soll es dann in Serie gehen, hieß es vom Autokonzern.

Entsperrung mit TAN

Der Dienst setzt ein Fahrzeug mit vernetztem Steuergerät voraus, mit dem sich der Kofferraum entsperren lässt. In der Testphase wurde allen Teilnehmern ein eigens dafür ausgerüsteter Polo zur Verfügung gestellt. Fahrzeughalter müssen vor der Bestellung noch mittels App eine TAN erzeugen und geben die zusammen mit der Lieferadresse an. Ferner bestimmen sie noch ein Zeitfenster für die Lieferung und müssen ihr Auto auf einem für die Paketboten zugänglichen Parkplatz abgestellt haben. Der Parkplatz muss im Umkreis von 300 Metern um die Lieferadresse liegen. Der DHL-Zusteller lokalisiert das Fahrzeug dann über GPS. Mittels Smartphone-App und dem übermittelten Einmal-Schlüssel kann er den Kofferraum öffnen. Dort hinterlegte Retouren und frankierte Pakete kann er auch gleich mitnehmen.

Die Liefermöglichkeit ist nur eine von mehreren online-basierten Dienstleistungen rund ums Auto, die VW unter der Dachmarke "We" etablieren will. We Deliver solle für "ausgewählte Serienmodelle“ verfügbar sein, erklärte ein VW-Sprecher der dpa. Was die Kosten angeht, teste VW derzeit verschiedene Preismodelle. DHL führt keine zusätzlichen Gebühren für die Kofferraumzustellung an. Der Paketdienstleister nennt Amazon, Allyouneed fresh, Fashion ID, Aponeo, Disapo, Music Store, Alternate, AC-Foto und Streetlights als Partnershops für diese Zustellform.

Smart bietet schon Kofferraumlieferungen

VW ist nicht der einzige Autobauer, der das Auto zur Paketstation machen will: Smart bietet den Dienst gemeinsam mit DHL bereits in Berlin, Köln, München und Stuttgart an. Im tatsächlichen Betrieb kann es dann auch zu verschiedenen Problemen kommen, wie Smart-Projektleiterin Joana Treffert der dpa erläuterte. Fährt etwa der Kunde zur vereinbarten Zeit aus dem Umkreis der Lieferadresse heraus, kann ihn der Zusteller nicht mehr orten – das Paket landet zum Beispiel in der nächsten Postfiliale und muss dort wie eh und je abgeholt werden. Auch das Parken im Umkreis um die Lieferadresse kann sich innerhalb überfüllter Innenstädte als schwierig erweisen. "Außerdem hat sich herauskristallisiert, dass unsere Kunden sich eine Zustellung in den Kofferraum von möglichst vielen Onlineshops wünschen", fügte Treffert an. Auch hier gebe es noch Optimierungsbedarf.

Audi und BMW haben entsprechende Tests ebenfalls durchgeführt. Den Anfang mit Kofferraumlieferungen machte Volvo im Jahr 2014, der Service ist derzeit für Kunden in Schweden, der Schweiz und seit kurzem auch in den USA verfügbar. In Deutschland sei eine Einführung weder kurz- noch mittelfristig geplant. (axk)

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