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VW-Werk Zwickau beginnt mit Produktion des Elektroautos ID.3

Er soll einmal wie Käfer oder Golf laufen: Mit dem ID.3 will VW ein massentaugliches und günstiges Elektroauto bauen und eine Modellgeneration begründen.

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VW-Werk in Zwickau. Luftaufnahme aus dem Jahr 2017

(Bild: Volkswagen)

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Im Werk Zwickau läuft am Montag (11.15 Uhr) die Fertigung des ersten reinen Großserien-Elektroautos von Volkswagen an. Der ID.3 soll eine neu konzipierte Fahrzeugserie begründen, die auch das Massenpublikum anspricht und die Grundlage für weitere E-Modelle des Konzerns bildet. Zum Produktionsstart werden neben VW-Vorstandschef Herbert Diess Kanzlerin Angela Merkel sowie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU) erwartet. Der Wolfsburger Autobauer hatte den ersten Vertreter der ID-Reihe Anfang September auf der Branchenmesse IAA vorgestellt.

2020 will Volkswagen in Zwickau rund 100.000 Fahrzeuge mit dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) fertigen. Diese Technologie nutzt viele gleiche Teile für verschiedene Modelle – ähnlich wie dies bei konventionellen Antrieben mit dem Modularen Querbaukasten (MQB) geschah, der 2012 im Golf eingeführt wurde. So lassen sich Kosten senken und einheitliche Technikstandards setzen. In den nächsten drei Jahren soll der E-Baukasten bei 33 Modellanläufen verwendet werden.

Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik und Logistik bei VW in Sachsen, sprach von einer "Keimzelle". Hier werde mit dem MEB-Prinzip begonnen und dieses dann auf den gesamten Konzern übertragen. Von Ende 2020 an will VW in Zwickau ausschließlich Elektroautos bauen.

Aus Sicht von Diess ist es ein "entscheidender Moment" für das Unternehmen: Der Hersteller investiert Milliarden in den Wandel vom Verbrennungsmotor zu alternativen Antrieben. Beim jüngst vorgestellten Golf 8 – dem zweiten aktuellen Großprojekt – kommen aber keine reinen E-Motoren, sondern Hybridvarianten zum Einsatz.

Rund eine Milliarde Euro steckt Volkswagen allein in den Umbau des sächsischen Standortes zur ersten E-Auto-Fabrik Deutschlands sowie in die Qualifizierung der rund 8000 Mitarbeiter. Die Fabrik wird bei laufender Produktion umgekrempelt.

Volkswagen ID.3 (10 Bilder)

(Bild: Volkswagen)

"Diese Transformation zur E-Mobilität passiert nicht von heute auf morgen", sagte VW-Markengeschäftsführer Ralf Brandstätter. "Aber wir haben diesen Weg jetzt unwiderruflich eingeschlagen."

Volkswagen will mit dem neuen Elektroauto ID.3 vor allem das Problem angehen, dass reine E-Fahrzeuge mit einer alltagstauglichen Reichweite bisher für viele Verbraucher zu unpraktisch und teuer sind. In der Einstiegsversion kostet der ID.3 unter 30.000 Euro.

"Die ersten externen Kunden werden den ID.3 ab Sommer 2020 bekommen", sagte Thomas Ulbrich, VW-Markenvorstand für E-Mobilität, der dpa. Mit den Fahrzeugen solle dann eine "nahezu gleichzeitige Markteinführung" in 28 europäischen Ländern umgesetzt werden.

Es gibt aber auch Kritik an der weiteren Planung der ID-Serie. So soll der Elektro-SUV ID Crozz das nächste Modell der Reihe werden. Einige Beobachter wundern sich darüber – zumal den Stadtgeländewagen, ob mit oder ohne E-Motor, derzeit bei vielen Menschen auch Ablehnung entgegenschlägt. (tiw)