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Valencia und Toulouse sparen Millionen mit Open Source

Die spanische Stadt Valencia konnte ihre IT-Kosten über neun Jahre hinweg mit einer Linux-Distribution für Schulen um 36 Millionen Euro drücken, die französische Stadt Toulouse hat eine Million Euro mehr durch LibreOffice im Säckel.

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Die EU-Kommission hat im Rahmen ihres Interoperabilitätsprojekts "Joinup " auf umfangreiche Einsparungsmöglichkeiten durch Open-Source-Software hingewiesen. Demnach gelang es der spanischen Region Valencia, mit der LliureX-Distribution in den vergangenen neun Jahren ihre IT-Ausgaben um 36 Millionen Euro zu senken. Die Edubuntu-Variante läuft auf über 110.000 Rechnern der Kommune.

Die Verwaltung der Region Valencia unterhält zahlreiche Open-Source-Projekte. So wird auf all ihren 120.000 Desktop-Rechnern LibreOffice verwendet. Die örtliche Regierung rechnet damit, dadurch 1,5 Millionen Euro jährlich gegenüber der Nutzung vergleichbarer Microsoft-Produkte einzusparen. Als weitere Vorzeigeregion Spaniens im Bereich freier Software gilt die ebenfalls autonome Provinz Extremadura. Sie verkündete vor Kurzem, dass ihre eigene Linux-Distribution mittlerweile auf rund 70.000 PCs und Laptops in der Region installiert sei.

LiMux - Linux in der Stadtverwaltung München

Im benachbarten Frankreich hat die Verwaltung von Toulouse durch einen teilweisen Wechsel zu LibreOffice nach eigenen Angaben rund eine Million Euro gespart. Dank eines 2012 begonnenen Migrationsprojekts liefen mittlerweile 90 Prozent der Desktop-Rechner in städtischen Büros mit der Open-Source-Bürosoftware, erklärte die Verantwortliche für das Projekt. Sie rechnet vor, dass die Lizenzen für die bisherigen Büropakete in der Großstadt alle drei Jahre mit 1,8 Millionen Euro zu Buche geschlagen hätten. Der Wechsel habe etwa 800.000 Euro verschlungen, was zum Teil an erforderlichen Eigenentwicklungen gelegen habe.

Web-Portale und zahlreiche Server der Stadtverwaltung laufen in der Metropolenregion bereits seit 2009 unter freier Software, insgesamt stellt Linux dort mittlerweile 50 Prozent aller betriebenen Betriebssysteme. Unter anderem für Datenbank-Anwendungen setzen die Franzosen aber weiterhin auf Unix, IBMs AIX oder Windows. Seit 2012 gibt es in Frankreich eine offizielle Regierungsempfehlung für den Open-Source-Einsatz, was etwa bei Ausschreibungen den Wettbewerb mit anderen Softwarewelten beflügeln soll. Toulouse präsentiert sich zudem als Vorreiter auch im Bereich Open Data für offene Verwaltungsdaten.

München hat nach eigenen Zahlen mit dem hiesigen Vorzeigeprojekt LiMux zur Linux-Migration von rund 15.000 Rechnern in der Stadtverwaltung über zehn Millionen Euro eingespart. HP und Microsoft behaupteten dagegen in einer umstrittenen Studie, dass der Wechsel die bayerische Hauptstadt knapp 61 Millionen Euro mehr gekostet habe. LiMux geriet jüngst unter Beschuss aus der neuen Rathausspitze, IT-Experten aus dem Stadtrat stehen aber hinter der Initiative. (vbr)

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