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Valve scheitert mit Steam-Machine-Konzept

Die als Wohnzimmer-Spielkonsolen mit SteamOS beworbenen Steam Machines konnten sich mangels hochwertiger Linux-Spieleumsetzungen nicht durchsetzen. Mittlerweile bewirbt Valve die letzten Systeme nicht mal mehr auf der Steam-Hauptwebseite.

Valve scheitert mit Steam-Machine-Konzept

(Bild: c't)

Als Valve im Jahr 2014 die ersten Steam-Machines vorstellte, glich das einem Paukenschlag: Kompakte PC-Systeme, die statt Windows ein angepasstes Linux als Betriebssystem verwendeten, um Linux-kompatible Steam-Spiele zu starten – damals schürte Valve noch die Hoffnung, dass immer mehr Top-Titel auch unter Linux laufen werden. Doch zünden konnte die Steam-Machine-Idee trotz einiger verfügbarer Systeme nicht wirklich, schließlich sind unter Linux weiterhin kaum aktuelle Blockbuster-Spiele verfügbar. Und so wurde es um die Steam Machines im Laufe der Jahre immer leiser, während sich Valve eher auf das In-Home-Spielestreaming via Steam Link konzentrierte.

Nun hat Valve die Steam Machines sogar von der Steam-Hauptwebseite heruntergenommen. Via Direktlink ist die Seite noch erreichbar, listet aber auch nur noch vier Systeme auf: die Alienware Steam Machine, den Maingear Drift, die Material.net-Steam-Machine sowie die Scan 3XS ST.

Von den gut 21.000 auf Steam aufgelisteten Spielen laufen laut Valves Steam-Filter rund 4400 auch unter SteamOS beziehungsweise Linux und 6619 unter macOS. Das klingt zunächst viel, allerdings listet Valve auch jede noch so kleine Erweiterung einzeln auf. 3862 der gut 4400 Linux-Titel zählen zur Kategorie der Indie-Spiele. Die meisten Entwickler programmieren ihre Spiele weiterhin ausschließlich für Microsoft Windows – denn damit spielen die mit Abstand meisten Steam-Nutzer

Laut der aktuellen Steam-Umfrage vom März 2018 verwenden 98 Prozent der Steam-Spieler Windows zum Spielen – 57 Prozent nutzen dabei noch Windows 7, Windows 10 holt aber kräftig auf und wird von knapp 36 Prozent der Windows-Spieler verwendet. macOS läuft bei 1,64 Prozent der Steam-Nutzer, während Linux nur einen Anteil von 0,33 Prozent verzeichnet.

Die aktuelle Steam-Umfrage offenbart auch: Die meisten Steam-Nutzer haben Systeme mit 8 GByte Arbeitsspeicher, einem Vierkern-Prozessor und einer Grafikkarte mit mindestens 2 GByte Videospeicher. Die am häufigsten eingesetzte Grafikkarte ist die Nvidia GeFroce GTX 1060 mit einem Anteil von knapp 14 Prozent.

Update: Valve hat mittlerweile in einem Blog-Beitrag Stellung genommen. Demnach sei der Steam-Machine-Bereich des Steam Stores noch verfügbar, jedoch aufgrund des Nutzerverkehrs aus der Hauptnavigationsleiste entfernt worden. Valve bestätigt auch, dass die Steam Machines nicht gerade erfolgreich seien. Allerdings strebe man weiterhin nach einer wettbewerbsfähigen und offenen Gaming-Plattform. Über die Steam-Machine-Initiative habe man einiges über den Zustand des Linux-Ökosystems gelernt und was das für Spieleentwickler bedeute. Valve sieht Vulkan als Schlüssel und investiere weiterhin "erhebliche Mittel" in das Ökosystem, Tools und Treiber. (mfi)

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