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Valve übernimmt Firewatch-Entwicklerstudio Campo Santo

Das kleine Indie-Studio Campo Santo schließt sich dem Vertriebs-Riesen Valve an. Die Entwickler beschwichtigen: Alle sollen ihren Job behalten und das nächste Spiel ist weiterhin in Arbeit.

Valve kauft Firewatch-Entwicklerstudio Campo Santo

(Bild: Campo Santo (store.camposanto.com))

Der US-amerikanische Spieleentwickler und -publisher Valve übernimmt das in San Francisco ansässige Entwicklerstudio Campo Santo, das mit seinem ersten Titel "Firewatch" 2016 einen Überraschungserfolg erzielte. Die zwölf Mitglieder des Studios sollen bei Valve als Spieleentwickler angestellt werden und wollen weiterhin an ihrem nächsten Projekt "In the Valley of the Gods" arbeiten, das dann allerdings als Valve-Titel erscheinen wird. Das teilt das Studio in einem Blogbeitrag mit.

In der etwas launig verfassten Mitteilung schildern die Entwickler, dass es ihnen bei all den unterschiedlichen Tätigkeiten, die das Herausgeben eines Videospiels erfordert, vor allem um die Unterhaltung des Publikums gehe, und dass sie mit Valve einen Partner gefunden hätten, der das genauso sieht. Man könnte daher vermuten, dass der Zusammenschluss in erster Linie der Konzentration aufs Entwickeln des nächsten Spiels dienen soll.

Als Begründung dafür, dass die Campo-Santo-Entwickler ausgerechnet bei Valve gelandet sind, führen sie außerdem an: Bei einem Besuch der Redaktionsräume des Spielemagazins IGN habe man einen nicht an Valve ausgelieferten "Game of the Year"-Preis für "Portal 2" von 2011 entdeckt, samt einer mit Widmung versehenen Flasche Champagner. Kurzerhand habe man den Preis gestohlen und den Alkohol anlässlich der "Firewatch"-Veröffentlichung konsumiert.

Das Indie-Spiel "Firewatch" erschien Anfang 2016 und ist eine Art Mystery-Adventure, dessen Mechanik auch als "Walking Simulator" (Spazier-Simulation) beschrieben wurde. Es erhielt bei der GDC 2017 eine Auszeichnung für die beste Erzählung. Valve wurde 1998 durch den mittlerweile kultisch verehrten First-Person-Shooter "Half-Life" und seinen Protagonisten Gordon Freeman berühmt und gewinnträchtig. Seit 2003 widmet sich das Unternehmen der digitalen Vertriebs- und Community-Plattform Steam, die zur wichtigsten Spieleplattform für den PC wurde. Später baute man das Geschäft unter anderem mit Linux-basierten Spielekonsolen aus, den sogenannten "Steam Machines" – scheiterte damit jedoch. (tiw)

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